Des Menschen Würde – entdeckt und erfunden im Humanismus der italienischen Renaissance 978-3-16-149696-7 - Mohr Siebeck
Philosophie

Des Menschen Würde – entdeckt und erfunden im Humanismus der italienischen Renaissance

Hrsg. v. Rolf Gröschner, Stephan Kirste u. Oliver W. Lembcke

2008. XIII, 260 Seiten.

POLITIKA 1

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fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-149696-7
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Im Philosophieren der italienischen Renaissancehumanisten wird der Mensch als Subjekt erfunden und als soziales Wesen neu entdeckt.
Vom Wert der Würde wissen wir aus ihrer Ideengeschichte. Wird sie vergessen, verliert ein ethisches Grundprinzip des Verfassungsstaates seinen politischen Gehalt. Solchem Verlust setzen die zwölf Beiträge des Tagungsbandes eine Besinnung auf die ursprüngliche Bedeutung der Würde am Beginn der Neuzeit entgegen. Charakteristisch für den Geist der Renaissance ist sein Streben nach Altem und Neuem: Er entdeckt die antiken und christlichen Traditionen der Sozialität neu, emanzipiert sich aber zugleich von den alten Lehren der Orthodoxie im neuzeitlichen Glauben an die menschliche Subjektivität. Inspiriert durch das Philosophieren der italienischen Humanisten bot die Tagung Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit den Quellen. Sie lassen erkennen, welcher Zusammenhang damals erfunden wurde – der Verweisungszusammenhang zwischen Subjektivität und Solidarität. Er weist einen Weg aus der solipsistischen Verkürzung der modernen Würde.
Inhaltsübersicht
Collegium editorum: Dialog über die Renaissance der Würde – Manfred Walther: Renaissance-Forschung und Wissenschaftemigration. Zum zeitgeschichtlichen Kontext der Entdeckung/Erfindung des »Bürgerhumanismus« in Florenz – Lorenz Schulz: Das juristische Potential der Menschenwürde im Humanismus – Martin Leiner: Menschenwürde und Reformation – Paul Richard Blum: De necessitate facimus voluntatem. Willensfreiheit und Recht bei Coluccio Salutati – Alexander Thumfart: »Wir sind für die Gerechtigkeit geboren.« Der Entwurf einer politisch-sozialen Würde des Menschen – Alexander Lohner: Die Begründung der Menschenwürde bei Marsilio Ficino und die Bedeutung seiner Reflexionen für Grundfragen der heutigen Ethik – Hartmut Westermann: Lorenzo Valla, »De libero arbitrio«. Die Freiheit des Menschen im Angesicht Gottes – Joachim Lege: Freiheit und Würde bei Lorenzo Valla. Philologische Ergänzungen und eine systemtheoretische Provokation, betreffend Gott und die moderne Gesellschaft – Oliver W. Lembcke: Die Würde des Menschen, frei zu sein. Zum Vermächtnis der »Oratio de hominis dignitate« Picos della Mirandola – Stephan Kirste: Menschenwürde und die Freiheitsrechte des Status Activus. Renaissancehumanismus und gegenwärtige Verfassungsdiskussion – Rolf Gröschner: Des Menschen Würde. Humanistische Tradition eines Verfassungsprinzips – Theo Kobusch: Die Würde des Menschen. Ein Erbe der christlichen Philosophie.
Personen

Rolf Gröschner ist Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Universität Jena; 2009/2010 Fellow am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien in Erfurt; seit 2013 emeritiert.

Stephan Kirste ist Inhaber des Lehrstuhls für Rechts- und Sozialphilosophie an der Universität Salzburg; Präsident der Deutschen Sektion der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie.

Oliver W. Lembcke ist Inhaber einer Vertretungsprofessur für das Politische System der Bundesrepublik Deutschland an der Universität Jena.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: FAZ – Redaktion NSB — 24. September 2008, S. 34 (gey)
In: Philosophisches Jahrbuch — 117 (2010), S. 131–132 (Andreas Großmann)
In: Zeitschrift d.Savigny-Stiftung G — 2010, 676–677 (Gerhard Köbler)
In: Revue Hellenique des Droits de l'homme — 2012, 1242 (Nur Inhaltsübersicht)