Die Wirkungsgeschichte des Deutschen Kartellrechts vor 1914 978-3-16-149232-7 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Klaus W. Richter

Die Wirkungsgeschichte des Deutschen Kartellrechts vor 1914

Eine rechtshistorische-analytische Untersuchung

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Leinen
ISBN 978-3-16-149232-7
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Klaus Richter zeigt am Beispiel der Geschichte des Kartellrechts vor 1914, wie sich die Neue Institutionenökonomik, deren methodisches Instrumentarium bereits in vielen Bereichen des geltenden Rechts erfolgreich Anwendung findet, auch für die rechtshistorische Forschung nutzbar machen lässt.
Vor dem Hintergrund der Frage, ob sich die Erkenntnisse der Neuen Institutionenökonomik auch für die rechtshistorische Forschung nutzbar machen lassen, untersucht Klaus Richter die Geschichte des deutschen Kartellrechts vor dem ersten Weltkrieg. Am Beispiel eines der mächtigsten und einflussreichsten Industriekartelle, des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats, zeigt er auf, wie sich die Gestaltung der vertraglichen Grundlagen des Syndikats zwischen 1893 und 1909 aus der Perspektive der Transaktionskostenökonomik und der Neuen Institutionenökonomik der Geschichte verändert haben. Mit der Transaktionskostenökonomik lassen sich Veränderungen innerhalb des institutionellen Arrangements des Kohlensyndikats beschreiben, während sich mit der Neuen Institutionenökonomik der Geschichte nach Douglass C. North der Einfluss des institutionellen Umfeldes auf das institutionelle Arrangement beschreiben lässt. Dabei zeigt sich, dass die soziale Eingebundenheit und gegenseitige Rücksichtnahme von Konkurrenten innerhalb eines Kartells schwach ist und es daher schwierig ist, Kartellverträge zu überwachen und durchzusetzen. Unvorhersehbare Zufallsereignisse, mit deren Eintritt stets zu rechnen ist, eröffneten neue Möglichkeiten für ex post opportunistisches Verhalten, dessen Eindämmung Zusatzvereinbarungen erforderte. Dadurch wurde die governance structure immer komplexer, so dass schließlich ein Zustand erreicht wurde, der einer de facto Fusion der Kartellpartner entsprach.
Personen

Klaus W. Richter Geboren 1965; Studium der Rechtswissenschaft in Saarbrücken und Bonn; 1997 Promotion; 2005 Habilitation; Privatdozent an der Juristischen Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin, im Wintersemester 2006/07 Lehrstuhlvertretung an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Zeitschrift d.Savigny-Stiftung G — 2008, 917–919 (Siegbert Lammel)
In: H-Soz-u-Kult — hsozkult.geschichte.hu-berlin.de (Arndt Christiansen)
In: Zeitschr.f.Neuere Rechtsgeschichte — 2008, 311–312 (Jan Schröder)
In: H-Judaic Book Reviews — Www.h-net.org (10.03.2009) (Elaine G. Spencer)
In: — 61 (2009), S. 231–232 (Thomas Jovovic)
In: Zeitschr.f.Unternehmensgeschichte — 53 (2008), S. 265–266 (Dieter Ziegler)
In: Forum Historiae Juris — http://www.forhistiur.de/zitat/1009seckelmann.htm (09/2010) (Margrit Seckelmann)