Festrituale in der römischen Kaiserzeit 978-3-16-149710-0 - Mohr Siebeck
Theologie

Festrituale in der römischen Kaiserzeit

Hrsg. v. Jörg Rüpke

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fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-149710-0
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Antike Feste waren der Ort, an der religiöse Kommunikation besonders intensiv und breitenwirksam wurde. Rituelle Elemente wie Schauspiele, Zirkusspiele oder Prozessionen ermöglichten vielen eine Beteiligung und wurden zum Anziehungspunkt für 'Touristen'. Wettbewerb zwischen städtischen Eliten war ein wichtiger Motor von Innovationen.
Gegenstand dieses Bandes sind die Feste der antiken Gesellschaften. Die Beiträge blicken auf das Fest als Ort von religiösem Austausch auch über die Grenzen einer politischen oder religiösen Gemeinschaft hinweg. Die Diffusion von Festen und Festpraktiken gerät in den Blick. Große öffentliche Feste waren der Ort, an der religiöse Kommunikation an einem Ort besonders intensiv und breitenwirksam wurde. Die ständig vorhandenen Zeichen – Kultstätten oder gar Kultstatuen, religiöse Rollen – wurden ins Licht gerückt, wurden für wenigstens ein Fest im Jahr aktualisiert. Die Dramaturgie des Festes machte viele zu Akteuren, mehr Personen noch zu Zuschauern: Rituelle Elemente wie Schauspiele, Zirkusspiele oder Prozessionen ermöglichten eine solche Beteiligung für viele in Städten und wurden zum Anziehungspunkt für Festgäste von außerhalb, 'Touristen'. Professionelle Athleten, Schauspieler und Festredner verbreiteten neue Praktiken und Standards. Der Wettbewerb zwischen den Städten und in den städtischen Eliten war ein wichtiger Motor von Innovationen und der Neuerfindung von Festen. Beiträge über auswärtige Festbesucher, Kalenderexporte und über Feste zu Ehren des römischen Herrscherhauses lassen diese Funktionen wie die Realität antiker Feste greifbar werden, die Weinkulte wie Mysterien einschlossen.
Inhaltsübersicht
Jörg Rüpke: Einführung – Hubert Cancik: Auswärtige Teilnehmer an stadtrömischen Festen – Jörg Rüpke: Kalender- und Festexport im Imperium Romanum – Peter Scherrer: Die Stadt als Festplatz. Das Beispiel der ephesischen Bauprogramme rund um die Kaiserneokorien Domitians und Hadrians – Angelos Chaniotis: Konkurrenz und Profilierung von Kultgemeinden im Fest – Christian Mileta: Die offenen Arme der Provinz. Überlegungen zur Funktion und Entwicklung der prorömischen Kultfeste der Provinz Asia (erstes Jahrhundert v. Chr.) – Peter Herz: Überlegungen zur Geschichte des makedonischen Koinon im dritten Jahrhundert – Dirk Kossmann: Römische Soldaten als Teilnehmer von Festen – Babett Edelmann: Pompa und Bild im Kaiserkult des römischen Ostens – Alfred Schäfer: Religiöse Mahlgemeinschaften der römischen Kaiserzeit. Eine phänomenologische Studie – Anne-Françoise Jaccottet: Das bakchische Fest und seine Verbreitung durch Kult, Literatur undTheater
Personen

Jörg Rüpke Geboren 1962; 1995–99 Professor für Klassische Philologie an der Universität Potsdam; 1999–2008 Professor für Vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Erfurt; seit 2008 Fellow am Max-Weber-Kolleg und Sprecher der Kollegforschergruppen »Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive« (2008–18) und »Religion und Urbanität: Wechselseitige Formationen« (2018–22).
https://orcid.org/0000-0002-4173-9587

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: H-Soz-u-Kult — hsozkult.geschichte.hu-berlin.de (Helga Botermann)
In: New Testament Abstracts — 53 (2009), S. 215
In: Biblische Notizen — 145 (2010), S. 134 (Michael Ernst)
In: L'Antiquité Classique — 80 (2011), S. 381 (Francoise van Haeperen)