Geniza-Fragmente zu Avot de-Rabbi Natan 978-3-16-148325-7 - Mohr Siebeck
Judaistik

Geniza-Fragmente zu Avot de-Rabbi Natan

Hrsg. v. Hans-Jürgen Becker. In Zus.-Arb. m. Christoph Berner, Wolfram Drews u. Ulrike Kämpf

274,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-148325-7
lieferbar
Auch verfügbar als:
Die Monographie enthält die Erstedition aller Handschriftenfragmente aus der Kairoer Geniza zum rabbinischen Traktat Avot de-Rabbi Natan. Neben Transkriptionen, paläographischen Beschreibungen und redaktionskritischen Kommentaren bietet der Band eine Reproduktion aller behandelten Fragmente.
Avot de-Rabbi Natan ist eine der wichtigsten hebräischsprachigen Quellen für die Geschichte des Judentums in der Spätantike und das vielleicht aufschlußreichste Zeugnis früher rabbinischer Theologie und Ethik. Es ist daher kein Zufall, daß dieser Traktat als erste rabbinische Schrift – mit der synoptischen Edition zweier 'Rezensionen' des Werkes durch Salomo Schechter aus dem Jahre 1887 – Gegenstand einer kritischen Ausgabe wurde, die bis heute (in mehreren Nachdrucken) als Textgrundlage der wissenschaftlichen Arbeit dient.
Schechters Edition wirft mehrere Fragen auf: Gibt es eine ursprüngliche Fassung? Läßt sich zumindest ein 'Urtext' jeder der beiden Versionen rekonstruieren? Oder stellen sie verschiedene redaktionelle Stufen desselben Werkes dar? Methodologische Fortschritte in der Erforschung der rabbinischen Literatur haben nicht nur einen Teil der Fragen verändert, sondern zugleich die meisten bisherigen Lösungsversuche obsolet werden lassen. Das alte Ziel, den 'korrekten Text' des Traktats zu erstellen, muß heute zurücktreten hinter der umfassenderen Frage nach seiner literarischen Genese. Avot de-Rabbi Natan eröffnet durch das bisher ungeklärte überlieferungsgeschichtliche Problem seiner verschiedenen 'Versionen' der modernen Forschung besondere Möglichkeiten der redaktionskritischen Analyse. Wegen der zum Teil außerordentlich starken Fluktuation der Textüberlieferung vermittelt diese Schrift Erkenntnisse, die der seit Jahrzehnten andauernden Diskussion in der rabbinischen Forschung entscheidende Impulse zu geben vermögen.
Personen

Hans-Jürgen Becker Geboren 1956; Studium der Theologie in Göttingen und der Judaistik in Jerusalem; 1985–94 wiss. Mitarbeiter, 1994–97 wiss. Assistent am Institut für Judaistik in Berlin; 1988 Promotion; 1996 Habilitation; seit 1997 Professor für Neues Testament und antikes Judentum in Göttingen; Leiter des Instituts für Judaistik in Göttingen.

Christoph Berner Born 1976; 1996–2002 university education in Protestant Theology, Jewish Studies and Ancient Near Eastern Studies in Göttingen; 2006 Dr. theol. in Jewish Studies/New Testament from the University of Göttingen; 2010 Privatdozent in Old Testament Studies/Hebrew Bible, University of Göttingen; 2010–2018 fellow in the Heisenberg Programme of the DFG and visiting professor at the universities of Osnabrück, Berlin (HU), Erlangen, Heidelberg (HfJS) and Hamburg.

Wolfram Drews Keine aktuellen Daten verfügbar.

Ulrike Kämpf Keine aktuellen Daten verfügbar.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Frankfurter Judaistische Beiträge — 2005, H.32, S.213ff (Günter Stemberger)
In: Review of Biblical Literature — www.bookreviews.org (Rivka Ulmer)
In: New Testament Abstracts — Vol.49 (2005), H.1, S.204
In: Salesianum — Jg.68 (2006), H.1, S.178f (Rafael Vicent)