Gewalt und Gesellschaftsordnungen 978-3-16-152815-6 - Mohr Siebeck
Wirtschaftswissenschaft

Douglass C North / John J. Wallis / Barry R. Weingast

Gewalt und Gesellschaftsordnungen

Eine Neudeutung der Staats- und Wirtschaftsgeschichte
Übers. v. Monika Streissler

2011; unveränderte Studienausgabe 2013. XVII, 326 Seiten.

Die Einheit der Gesellschaftswissenschaften 145

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ISBN 978-3-16-152815-6
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Gesellschaftsordnungen werden anhand ihrer Lösungsversuche des Gewaltproblems unterschieden in solche, die potenzielle Gewaltanwender ökonomisch wie politisch privilegieren, und solche, die durch Zugangsfreiheit zu Politik und Wirtschaft Demokratie und Märkte schaffen. Dieses Buch bietet ein Konzept zum Verständnis der zwei Gesellschaftsordnungen und zeigt an historischen Beispielen, unter welchen Bedingungen der Übergang von der einen zur anderen möglich wird.
Alle Gesellschaften müssen sich mit der Möglichkeit wie der Realität von Gewalt auseinandersetzen; sie tun das auf unterschiedliche Art. Douglass C. North, John Joseph Wallis und Barry R. Weingast stellen das Problem der Gewalt in einen größeren sozialwissenschaftlichen und historischen Zusammenhang und zeigen, wie eng wirtschaftliches und politisches Verhalten verbunden sind. Die meisten aus der Geschichte bekannten Gesellschaften, von den Autoren als natürliche Staaten bezeichnet, begrenzen Gewaltanwendung vorbeugend, indem sie durch politische Einflussnahme auf die Wirtschaftstätigkeit privilegierte Interessen schaffen. Diese Privilegien reduzieren den Einsatz von Gewalt von Seiten mächtiger Einzelner; es wird auf diese Weise jedoch die wirtschaftliche ebenso wie die politische Entwicklung solcher Staaten behindert. Denn für die große Mehrheit der Nicht-Privilegierten ist der Zugang zu Politik und Wirtschaft dadurch beschränkt.
Im Unterschied hierzu schaffen moderne Gesellschaften Zugangsfreiheit zu wirtschaftlichen und politischen Organisationen (Unternehmen, Märkten, Parlamenten, hoheitlichen Einrichtungen) und fördern damit den politischen wie den wirtschaftlichen Wettbewerb und somit die gesellschaftliche Entwicklung. Das Buch bietet ein gedankliches Gerüst zum Verständnis der zwei Typen von Gesellschaftsordnungen, die es an historischen Beispielen von der römischen Antike bis ins 19. Jahrhundert veranschaulicht. Anhand dieses Konzepts wird erklärt, wieso Gesellschaften mit Zugangsfreiheit sowohl politisch wie wirtschaftlich höher entwickelt sind und auf welche Weise seit dem 19. Jahrhundert rund 25 Länder den Übergang vom einen Typus zum anderen geschafft haben.
Personen

Douglass C North (1920–2015) war zuletzt Direktor des Zentrums für politische Ökonomie an der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Washington University in St. Louis. 1993 wurde er mit dem Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.

John J. Wallis ist Professor der Ökonomie an der Universität von Maryland und wissenschaftlicher Mitarbeiter des National Bureau of Economic Research der USA.

Barry R. Weingast ist Professor der Politikwissenschaft an der Stanford University und ein Senior Fellow der Hoover Institution daselbst.

Monika Streissler Dr. rer.pol., wissenschaftliche Übersetzerin u.a. von Hauptwerken von Becker, Galbraith, Hayek, Olson, North und Williamson.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Portal für Politikwiss. pw-portal.de — http://pw-portal.de/rezension/38205-gewalt-und-gesellschaftsordnungen-45118 (3/2015) (Thomas Mirbach)