Theologie

Grund und Gegenstand des Glaubens nach römisch-katholischer und evangelisch-lutherischer Lehre

Theologische Studien
Hrsg. v. Eilert Herms u. Lubomir Zak, übers. v. Daniela Sautter

2008. XVI, 610 Seiten.
114,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-149592-2
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Der vorliegende Band dokumentiert die ersten Ergebnisse der seit 2001 an der Päpstlichen Lateran-Universität Rom arbeitenden internationalen und interkonfessionellen Forschungsgruppe zu fundamentaltheologischen Themen in interkonfessioneller Perspektive. Er erscheint zeitgleich in italienischer Sprache bei der Lateran University Press.
Seit 2001 arbeitet an der Päpstlichen Lateran-Universität Rom eine internationale und interkonfessionelle Forschungsgruppe zu fundamentaltheologischen Themen in interkonfessioneller Perspektive. Zielsetzung ist eine vertiefte Erfassung der eigenen Konstruktionsprinzipien jeder der beiden Lehrtraditionen. Dieses Ziel wird jedoch gemeinsam angestrebt. Das ist eine methodische Neuerung: Jede Seite versucht, nicht nur die Konstruktionsprinzipien der eigenen Lehrtradition, sondern auch der des Partners zu befolgen. Evangelische Theologen versuchen, nicht nur konsequent evangelisch, sondern auch konsequent römisch-katholisch zu denken; umgekehrt versuchen römisch-katholische Theologen, nicht nur konsequent römisch-katholisch, sondern auch konsequent evangelisch zu denken. In einem Akt methodischer Empathie versucht jede Seite, die Position der Partner von innen heraus nachzuvollziehen. Voraussetzung dafür ist: Jede Seite unterstellt – aus eigener Überzeugung und auf dem Boden der gemeinsamen Taufe -, dass ihre Partner auf dieselbe Wirklichkeit bezogen sind wie sie selbst, nämlich auf die Offenbarung der Wahrheit des Evangeliums. Jede Seite versteht Lehraussagen der anderen Seite als eine spezifische Wahrnehmung derselben »res«, um deren angemessene Erfassung es auch ihr selbst geht. Dadurch kann das Sachverständnis der Partner besser erkannt und auch das eigene Sachverständnis vertieft und konkretisiert werden. Das wiederum kann zu veränderten gegenseitigen Einschätzungen führen, die auch für das gemeinsame christliche Leben nicht folgenlos bleiben.
Der vorliegende Band bietet die Ergebnisse der ersten Arbeitsphase und erscheint zugleich in italienischer Sprache bei der Lateran University Press.
Inhaltsübersicht
Eilert Herms: Glaubensgewißheit nach römisch-katholischer Lehre – Giuseppe Lorizio: Überlegungen zu der Beziehung zwischen Offenbarung, Glaube, Vernunft auf der Grundlage der Texte des katholischen Lehramtes – Lubomir Zak: »Offenbarung und Glaube« in den Lehrtexten der Reformation – Eilert Herms/Christoph Schwöbel: Fundament und Wirklichkeit des Glaubens als Begründung eines evangelischen Verständnisses von Lehrverantwortung – Wilfried Härle: Das christliche Verständnis von Wahrheit und Gewißheit aus reformatorischer Sicht – Christoph Schwöbel: Offenbarung, Glaube und Gewißheit in der reformatorischen Theologie – Eilert Herms: Freiheit und Wahrheit nach Veritatis Splendor und Fides et Ratio – Massimo Serretti: Die Offenbarung. Selbstmitteilung der Wahrheit – Lubomir Zak: Die Ontologie der menschlischen Person im Denken Martin Luthers – Wilfried Härle: »Hominem iustificari fide«. Grundzüge der reformatorischen Anthropologie – Eilert Herms: Die Christusoffenbarung als Offenbarung der Wahrheit über den Menschen. Die Abhängigkeit des Menschen von der Offenbarung der Wahrheit über Gott – Massimo Serretti: Grundzüge der Anthropologie in den Texten des katholischen Lehramtes vom Zweiten vatikanischen ökumenischen Konzil bis zu Johannes Paul II. – Lubomir Zak: Die Vermittlung der Offenbarung und die Konstitution der Kirche in der Theologie Luthers – Wilfried Härle: Creatura Evangelii. Die Konstitution der Kirche durch Gottes Offenbarung nach lutherischer Lektüre – Massimo Serretti: Über die Ekklesiologie der Constitutio dogmatica »Lumen gentium«
Personen

Lubomir Zak Geboren 1964; Professor für Fundamentaltheologie mit Schwerpunkt theologische Erkenntnislehre an der Päpstlichen Lateranuniversität.

Eilert Herms Geboren 1940; Studium der Ev. Theologie, Philosophie und Germanistik in Berlin, Tübingen, Mainz und Göttingen; 1971 Promotion; 1975 Habilitation; 1979–85 o. Professor für Systematische Theologie an der Ev.-Theol. Fakultät der Universität München; 1985–95 o. Professor für Systematische Theologie an der Ev.-Theol. Fakultät der Universität Mainz; 1995–2008 o. Professor für Systematische Theologie und Direktor des Instituts für Ethik an der Ev.-Theol. Fakultät der Universität Tübingen; Prof. em. für Systematische Theologie an der Ev.-Theol. Fakultät der Universität Tübingen.

Daniela Sautter Keine aktuellen Daten verfügbar.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Theologica Xaveriana — 62 (2012), S. 485–492 (Márcio Luiz Fernandes)
In: Theologisches Gespräch — 33 (2009), S. 149–150 (Oliver Pilnei)
In: Die Tagespost — 12. April 2008, S. 6
In: — 2009, S. 170–181 (Reinhard Frieling)
In: Concordia — 55 (2009), S. 109 (Thomas Fornet-Ponse)
In: Reviews in Religion & Theology — 17 (2010), S. 224–227 (Lin Tonstad)
In: Theologische Literaturzeitung — 134 (2009), S. 1140–1142 (Peter Hünermann)
In: Carthaginensia — 26 (2010), S. 215–217 (R. Sanz Valdivieso)
In: Luther — 81 (2010), S. 195–197 (Rainer Goltz)
In: Zeitzeichen — 2008, Heft 10, S. 66–67 (Friedrich Seven)
In: Nederlands Dagblad — 2. Mai 2008, S. 4 (Herman J. Selderhuis)
In: Concilium — 44 (2008), S. 594–595
In: Theologische Revue — 105 (2009), S. 231–234 (Ulrich H.J. Körtner)