Herrschaft und Gesellschaft 978-3-16-156103-0 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Udo Di Fabio

Herrschaft und Gesellschaft

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Leinen
ISBN 978-3-16-156103-0
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Die moderne politische Herrschaft basiert nicht nur auf Amtsmacht, sondern wird insbesondere von der Interaktion mit kommunikativ-politischen Funktionssystemen geprägt. Diese beeinflussen die Organisationswelt der politischen Herrschaftssysteme durch Wertepräferenzen, Weltbilder und normative Vorstellungen. Teile der öffentlichen Meinungsbildung und spezifischer Kommunikation werden zu machtpolitischen Operationen. Dieser neue, herrschaftsanalytische Ansatz erlaubt es, Gegenwartsphänomene einer gesellschaftlichen Spaltung zu erklären, institutionelle Zusammenhänge liberaler Demokratien herauszuarbeiten und die freiheitliche Gesellschaftsformation transparent zu machen.
Das politische System der Gesellschaft wurde traditionell als Staatstheorie und Staatsphilosophie thematisiert. Unter den Bedingungen weltgesellschaftlicher Kommunikation und überstaatlicher Herrschaftsbildungen ist inzwischen eine Leerstelle entstanden, die weder mit Verfassungstheorie noch mit einer Philosophie der Menschenrechte oder Analysen politischer Mehrebenensysteme hinreichend geschlossen werden kann. Mit der vorliegenden Schrift soll eine systemtheoretisch inspirierte Basis gelegt werden für die Analyse politischer Herrschaft im Blick auf andere Funktionssysteme und grundlegende Institutionen der neuzeitlich westlichen Gesellschaft. Eine der zentralen Thesen lautet, dass das Zentrum politischer Herrschaft nicht notwendig in der Amtsmacht (Regierungen) zu finden ist, sondern auch und gerade in einem kommunikativ-politischen Prägeraum. Dieser Prägeraum wirkt auf die herkömmliche Organisationswelt der politischen Herrschaftssysteme durch Wertepräferenzen, Weltbilder und normative Vorstellungen richtungsgebend und steuernd ein. Mit diesem Zugang werden Teile der öffentlichen Meinungsbildung und spezifischer Kommunikation zu machtpolitischen Operationen. Diese werden in ihrer Bedeutung und in ihrer Interaktion mit traditioneller Herrschaftsausübung in einer neuen Perspektive thematisierbar. Der neue, herrschaftsanalytische Ansatz erlaubt es, die Gegenwartsphänomene einer gesellschaftlichen Spaltung und Fragmentierung angemessener zu erklären, institutionelle Zusammenhänge liberaler Demokratien deutlicher herauszuarbeiten und die normative Signatur einer freiheitlichen Gesellschaftsformation transparent zu machen.
Personen

Udo Di Fabio Geboren 1954; Studium der Rechtswissenschaft und Sozialwissenschaften; 1988 Promotion (Dr. jur.); 1990 Promotion (Dr. sc. pol.); 1993 Habilitation; Professuren an den Universitäten Münster, Trier und München, seit 2003 Bonn; 1999–2011 Richter des Bundesverfassungsgerichts, Zweiter Senat; Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Künste des Landes Nordrhein Westfalen.

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