Max Weber und die preußischen Junker 978-3-16-147061-5 - Mohr Siebeck
Sozial-/Kulturwissenschaften

Cornelius Torp

Max Weber und die preußischen Junker

1998. 149 Seiten.
29,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Festeinband
ISBN 978-3-16-147061-5
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Welche Haltung hatte Max Weber gegenüber dem preußischen Landadel? Erstmals wird dieser Frage systematisch nachgegangen und gezeigt, welche politischen Werte es waren, die Weber zu seiner scharfen Kritik an den 'Junkern' veranlaßten.
Immer wieder hat sich Max Weber kritisch mit dem preußischen Landadel, den ominösen 'Junkern', auseinandergesetzt. Dabei sah er die Junker als Repräsentanten des wilhelminischen Gesellschaftssystems, bildeten ihre Rolle und Stellung für ihn den 'Schlüssel' zur Erschließung der gesellschaftlichen Struktur des Deutschen Kaiserreichs und ihrer spezifischen Probleme.
Zum ersten Mal wird Webers Sicht des Junkertums eingehend analysiert. Cornelius Torp zeigt, daß sich Webers Position nur vor dem Hintergrund der tiefgreifenden kapitalistischen Umwälzung in den ostelbischen Agrarverhältnissen begreifen läßt. Die Klassengesellschaft hielt unwiderruflich Einzug auch auf den Rittergütern der Junker. Für den sozialen Charakter des preußischen Landadels bedeutete das einen dramatischen Wandel. Einstmals ein staatstragender und leistungsfähiger 'Herrschaftsstand', entwickelte sich das Junkertum – so Max Weber – immer mehr zu einer sich im 'ökonomischen Todeskampf' windenden 'landwirtschaftlichen Unternehmerklasse', die freilich weiterhin ihre traditional dominante Stellung in Staat und Gesellschaft unnachgiebig beanspruchte. Die weitgehend erfolgreiche Verteidigung dieses Anspruches in einem rücksichtslosen Defensivkampf führte nach Webers Ansicht zu einer verhängnisvollen Blockade von Entwicklungen, die gewissermaßen auf der historischen Tagesordnung der deutschen Gesellschaft auf ihrem Weg in die Moderne standen. Cornelius Torp arbeitet heraus, welche leitenden politischen Werte es waren, die Max Weber zu seiner – häufig mit ätzender Schärfe vorgetragenen – Kritik an den preußischen Junkern veranlaßten.
Personen

Cornelius Torp Geboren 1967; Studium der Geschichte, Wirtschaftswissenschaften und Soziologie; seit 1997 wiss. Mitarbeiter an der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie an der Universität Bielefeld.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Zeitschr.f.Geschichtswissenschaft — Jg. 47, (1999), Nr. 9, S. 844ff. (Eberhard Demm)
In: German History — Jg.18 (2000), Nr.4, S.525f. (Keith Tribe)
In: FAZ – Politische Bücher — (23.11.1999), Nr. 273, S. 12 (Hans Fenske)
In: Neue Zürcher Zeitung — (22.7.1999), Nr. 167, S. 52 (Christoph Jahr)
In: Forsch. zur brandenburg. u. preuß. Gesch. — Bd. 10 (2000), Nr. 1, S. 138–139 (Hans-Chr. Kraus)
In: Historische Zeitschrift — Bd. 269, (1999), S. 796 (Gregor Schöllgen)
In: Kölner Zeitschrift für Soziologie — Jg.55 (2003), H.1, S. 136ff (Dirk Kaesler)
In: Soziologische Revue — Jg.23 (2000), S. 425 (Klaus Lichtblau)
In: Die Zeit – PolB — (28.1.1999), Nr. 5, S. 46 (Volker Ullrich)