Triage in der Pandemie 978-3-16-160201-6 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Triage in der Pandemie

Herausgegeben von Tatjana Hörnle, Stefan Huster und Ralf Poscher

2021. XX, 372 Seiten.
34,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Broschur
ISBN 978-3-16-160201-6
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Ausgelöst durch die Covid-19-Pandemie bringt dieser Band Autorinnen und Autoren aus Rechtswissenschaft und Ethik zu einer Diskussion zusammen, wie bei knappen intensivmedizinischen Ressourcen zwischen Behandlungsbedürftigen ausgewählt werden kann. Welche Auswahlkriterien sind für Triage erlaubt und angemessen, und wer soll allgemeine Regeln setzen?
In einer Pandemie, wie Covid-19 sie ausgelöst hat, kann es dazu kommen, dass nicht alle Erkrankten intensivmedizinisch behandelt werden können. Das erfordert Regeln, die Rechtssicherheit bei unvermeidbaren Auswahlentscheidungen geben. Die Prämissen, wie diese Regeln zu setzen sind, sind jedoch alles andere als eindeutig. Während im Verfassungsrecht darüber debattiert wird, ob der demokratisch legitimierte Gesetzgeber ein Triage-Gesetz verabschieden darf oder soll, sind sich Vertreter der Strafrechtswissenschaft uneins, ob der Allgemeine Teil des StGB klare Vorgaben für die Grenzen erlaubten Verhaltens enthält. Hochumstritten ist dabei im Diskurs zwischen Medizin, Praktischer Philosophie und Rechtswissenschaft, ob auf die medizinische Erfolgsaussicht abgestellt werden soll und ob das Lebensalter ein Auswahlkriterium sein darf. Der vorliegende Sammelband bietet unterschiedlichen Positionen ein Forum und analysiert strittige Argumente.
Inhaltsübersicht
Teil 1: Darf oder muss der Gesetzgeber Triage regeln?
Steffen Augsberg: Regelbildung für existentielle Auswahlentscheidungen – Stefan Huster: Wer hat Angst vor der Triage? Ähnlichkeiten und Unterschiede zu anderen Priorisierungsentscheidungen und ihre normative Bedeutung – Ralf Poscher: Die Abwägung von Leben gegen Leben. Triage und Menschenwürdegarantie

Teil 2: Was ist durch strafrechtliche Normen festgelegt?
Armin Engländer: Die Pflichtenkollision bei der Ex-ante-Triage – Tatjana Hörnle: Ex-post-Triage: Strafbar als Tötungsdelikt?

Teil 3: Welche Inhalte sollten Regelungen haben?
Dieter Birnbacher: Triage-Entscheidungen im Kontext der Corona-Pandemie – die Sicht eines Ethikers – Till Zimmermann: Kontraktualistische Überlegungen: Auf welche Zuteilungskriterien würden wir uns unter dem »Schleier des Nichtwissens« einigen? – Weyma Lübbe: Effizienter Ressourceneinsatz in einer Pandemie und das Kriterium der klinischen Erfolgsaussicht. Prämissen und Fehlschlüsse – Thomas Gutmann/Bijan Fateh-Moghadam: Gleichheit vor der Triage. Rechtliche Rahmenbedingungen der Priorisierung von COVID-19-Patienten in der Intensivmedizin – Elisa Hoven: Berücksichtigung von Lebensalter und Lebenserwartung
Personen

Tatjana Hörnle ist Direktorin am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht in Freiburg i.Brsg. und leitet die Abteilung Strafrecht.
https://orcid.org/0000-0003-3493-9326

Stefan Huster ist Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Sozial- und Gesundheitsrecht und Rechtsphilosophie an der Ruhr-Universität Bochum und dort auch Direktor des Instituts für Sozial- und Gesundheitsrecht (ISGR).
https://orcid.org/0000-0003-1067-3893

Ralf Poscher ist Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht in Freiburg i. Brsg. und Leiter der neu gegründeten Abteilung Öffentliches Recht.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Neue Juristische Wochenschrift — 2021, 1076 (Katja Gelinsky)
In: http://www.theology.de — https://www.theology.de/service/buecher/buchempfehlungentheologie (Otto W. Ziegelmeier)
In: Mitteilungen der Bayerischen Krankenhausgesellschaft — 53 (2021), 17