Theologie

Vermittelte Gegenwart

Konzeptionen der Gottespräsenz von der Zeit des Zweiten Tempels bis Anfang des 2. Jahrhunderts n. Chr.
Hrsg. v. Andrea Taschl-Erber u. Irmtraud Fischer

149,00 €
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Leinen
ISBN 978-3-16-154617-4
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Wie lässt sich Gottes Gegenwart erfahren? In welchen vermittelnden Instanzen, Figuren und »Medien« begegnet die (verborgene) Gottheit in biblischen und außerkanonischen Schriften? Inwieweit knüpfen die neutestamentlichen Christologien an die sich in der Zeit des Zweiten Tempels entwickelnden Konzepte an? Der vorliegende Band sucht Antworten auf diese und andere Fragen.
In der Zeit des Zweiten Tempels finden sich unterschiedliche Konzeptionen, um Zugänge zur transzendenten Gottheit zu erschließen. Der Bogen reicht etwa von der Gegenwart Gottes im »Wort« und in der mit Weisheit gefügten Schöpfungsordnung über personifizierte bzw. personale »Mittlerfiguren«, in denen Gott begegnet, bis hin zu kultischen und mystisch-visionären Vorstellungen. Unterschiedliche Epochen und Kontexte versuchen die Gottespräsenz neu zu interpretieren, indem sie Modelle aus den umgebenden Kulturen aufgreifen. In der neutestamentlichen Rezeption knüpfen die christologischen Entwürfe an die sich herauskristallisierenden Ideen an. Welche Akzente und Impulse setzen die unterschiedlichen Konzepte in den biblischen und außerkanonischen Schriften? Welche Rezeptionslinien und Brüche werden sichtbar, gerade in den neutestamentlichen Christologien?
Inhaltsübersicht
Andrea Taschl-Erber/Irmtraud Fischer: Einleitung – Beate Ego: Der Engel Rafael und die Witwe Judit. Aspekte vermittelter Gottespräsenz in den Apokryphen – Nuria Calduch-Benages: Ben Sira 24:22 – Decoding a Metaphor – Ludger Schwienhorst-Schönberger: Metaphorisch vermittelte Gottespräsenz – aufgezeigt am Hohelied – Franz Sedlmeier: »Ezechiel sah eine Vision und beschrieb die Gestalten am Thronwagen« (Sir 49,8). Zur Rezeption der Thronwagenvision Ezechiels in spätalttestamentlicher und zwischentestamentarischer Zeit – Loren Stuckenbruck: Henoch als Menschensohn in den Bilderreden von 1 Henoch und im breiteren traditionellen Kontext – Daniel Boyarin: Henoch und Metatron, der »Prinz der göttlichen Präsenz«: Apokalypse und der zweite Gott – Christoph Heil: »Angeordnet durch Engel durch die Hand eines Mittlers« (Gal 3,19). Das paulinische Konzept von der Vermittlung der Tora – Samuel Vollenweider: »Einer ist der Mittler« (1 Tim 2,5). Mittleraussagen der neutestamentlichen Briefliteratur in ihren frühjüdischen und hellenistischen Kontexten – Andrea Taschl-Erber: »Erstgeborener der ganzen Schöpfung«: Der exklusive »Mittler« im Brief an die Gemeinde in Kolossä – Wolfgang Kraus: Jesus als »Mittler« im Hebräerbrief – Martin Ebner: Abgebrochene Karriere. Zur Funktion der jüdischen Weisheitsspekulation bei der Entwicklung der neutestamentlichen Christologien in den synoptischen Evangelien – Jörg Frey: »Wer mich sieht, der sieht den Vater«: Jesus als Bild Gottes im Johannesevangelium
Personen

Andrea Taschl-Erber Geboren 1971; Studium der Kath. Theologie und Klassischen Philologie/Griechisch an der Universität Wien; 2006 Promotion; 2001–07 Vertragsassistentin am Institut für Neutestamentliche Bibelwissenschaft an der Universität Wien; 2007–11 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, seit 2013 Universitätsassistentin am Institut für Alttestamentliche Bibelwissenschaft an der Universität Graz.

Irmtraud Fischer Geboren 1957; 1988 Promotion; 1993 Habilitation; 1997–2004 Professorin für »Altes Testament und Theologische Frauenforschung« an der Kath. Theol. Fakultät Bonn; seit 2004 Professorin für »Alttestamentliche Bibelwissenschaft« an der Kath.-Theol. Fakultät Graz.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Journal for the Study of the OT — 41.5 (2017) (Lester L. Grabbe)
In: Bibel und Kirche – Biblische Bücherschau — http://www.biblische-buecherschau.de/ (7/2017) (Fabian Brand)
In: Jahrbuch f.Liturgik u.Hymnologie — 2017, S. 84 (Helmut Schwier)
In: Theologische Literaturzeitung — 142 (2017), S. 1182–1184 (Larry W. Hurtado)