Rechtswissenschaft

Marcus P. Lerch

Anlageberater als Finanzintermediäre

Aufklärungspflichten über monetäre Eigeninteressen von Finanzdienstleistern in Beratungskonstellationen

Unveränderte E-Book-Ausgabe 2020; 2015. XXXVII, 536 Seiten.

Schriften zum Unternehmens- und Kapitalmarktrecht 23

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ISBN 978-3-16-158823-5
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In spektakulären Prozessen wurden Anlageberatern Aufklärungspflichten auferlegt, wenn sie beispielsweise durch vereinnahmte Provisionen Eigeninteressen realisieren. Diese hochumstrittene Rechtsprechung basiert auf der problematischen Annahme, dass Anlageberater selbst dann, wenn sie nicht von ihren Kunden vergütet werden, allein deren Interessen wahrzunehmen haben. Marcus P. Lerch zeigt einen Weg auf, die daraus resultierende Rechtsunsicherheit künftig zu vermeiden.
Investoren bedienen sich auf dem Finanzmarkt der Dienste von Informations- und Produktintermediären wie Anlageberatern. Nur in seltenen Fällen werden diese von ihren Kunden dafür direkt entlohnt. Sie realisieren ihre monetären Eigeninteressen vielmehr über Provisionen von dritter Seite und andere in den Produkten enthaltene Positionen. In zahlreichen hochumstrittenen Entscheidungen hat der Bundesgerichtshof Aufklärungspflichten etabliert, um die Kunden über die aus dieser Marktstruktur resultierenden »vertragswidrigen Interessenkonflikte« zu informieren. Dieser richterrechtlich entwickelte Anlegerschutz befindet sich beständig im Wandel und ist nicht mehr wertungskonsistent zu systematisieren. Marcus P. Lerch führt das auf dessen dogmatische Grundlage – die Fiktion eines Beratungsvertrags – zurück und entwickelt ein Konzept für vergütungsbezogene Aufklärungspflichten im Dualismus privatrechtlicher Vereinbarung und aufsichtsrechtlicher Regulierung.
Marcus P. Lerch wurde für seine Arbeit mit dem Förderpreis 2015 der »Stiftung Kapitalmarktforschung für den Finanzstandort Deutschland« ausgezeichnet.
Personen

Marcus P. Lerch Geboren 1985; Studium der Rechtswissenschaften an der Bucerius Law School (Hamburg), der Columbia University (New York) und an der University of Cambridge; Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Alfried Krupp-Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsches und Internationales Unternehmens- und Wirtschaftsrecht und am Institut für Unternehmens- und Kapitalmarktrecht an der Bucerius Law School; 2015 Promotion; Referendariat beim Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg; derzeit Rechtsanwalt in Hamburg.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Fachbuchjournal — 2 (2017), 42–43 (Bernd Müller-Christmann)