Apocalyptic Historiography - 10.1628/ec-2019-0028 - Mohr Siebeck
Theology

Lorenzo DiTommaso

Apocalyptic Historiography

Section: Articles
Early Christianity (EC)

Volume 10 () / Issue 4, pp. 435-460 (26)
Published 21.01.2020

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Die apokalyptische Perspektive auf die Geschichte ist Ausdruck der apokalyptischen Weltanschauung und ihrer axiomatischen Aussagen. Zeit und Geschichte sind Eigenschaften der irdischen Realität: Sie sind endlich und verlaufen linear und unidirektional. Die apokalyptische Literatur behauptet, die wahre Bedeutung der Geschichte zu kennen, die der Gruppe, für die sie bestimmt ist, in Form einer Offenbarung aus der transzendenten Realität vermittelt wird. Apokalyptische Historiographie ist ihrem Wesen nach teleologisch, sie blickt panoramaartig auf ihre Gegenstände und bringt dabei eine umfassende Autorität und einen universalen Anspruch zur Geltung. Apokalyptische Spekulation ist grundsätzlich gruppenorientiert. Sie wendet sich immer exklusiv an eine bestimmte Gruppe und ist in einem engen Fokus auf deren aktuelle Situation gerichtet. Diese Eigenschaften machen die apokalyptische Literatur zu einem wirkungsvollen Instrument für die Konstruktion und Aufrechterhaltung der Gruppenidentität, insbesondere in Situationen, in denen diese Identität neu entsteht oder bedroht ist.
Authors/Editors

Lorenzo DiTommaso is Associate Professor of Religion at Concordia University, Montréal.