Die genetische Optimierung des Menschen – Plädoyer für eine Kritik unserer genetischen Vernunft - - 10.1628/002268811794656799 - Mohr Siebeck
Law

Jens Kersten

Die genetische Optimierung des Menschen – Plädoyer für eine Kritik unserer genetischen Vernunft -

Section: Essays
JuristenZeitung (JZ)

Volume 66 () / Issue 4, pp. 161-168 (8)

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Die genetische Optimierung des Menschen steht in den Zeiten der »Postgenomics« vor einem Paradigmenwechsel: Wir versuchen gegenwärtig nicht mehr, unser Genom genetisch zu optimieren, sondern passen unser Verhalten optimal an unser Genom an. Die genetisch informierte Prävention wird zum Leitbild einer personalisierten Medizin, das in der Vision einer »ichschwachen Gesellschaft« gipfelt. In der Kinderwunschbehandlung verstärkt sich aufgrund dieser allgemeinen medizinischen Präventionslogik der Trend zur genetisch motivierten Embryonenselektion: »Let parents decide« scheint die ideale marktorientierte Lebensphilosophie für ein »Consumer-Driven Genomic Age«. Angesichts dieser biopolitischen Entwicklungen brauchen wir eine Kritik unserer genetischen Vernunft.
Authors/Editors

Jens Kersten Geboren 1967; Studium der Rechtswissenschaft in Heidelberg, Leeds (GB) und Bonn; 1994 Erstes Juristisches Staatsexamen in Köln; 1998 Zweites Juristisches Staatsexamen in Berlin; 1999 Promotion; 2004 Habilitation; 2006–07 Professur für Raumplanungs- und Umweltrecht an der Universität Dortmund; 2007–08 Professur für Öffentliches Recht und Wirtschaftsrecht an der Universität Bayreuth; seit 2008 Professur für Öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München; 2012–13 Carson Professor am Rachel Carson Center for Environment and Society der Ludwig-Maximilians-Universität München.