Georg Bucher
Inklusion – (k)ein fachwissenschaftliches Thema?
Anfragen an den EKD-Text 96 (2025)
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Der Beitrag fragt, ob und in welchem Sinne Inklusion ein Thema des EKD-Textes 96 (2025) ist. Dabei wird der Text als zentrales Verständigungsmedium für alle drei Phasen der Religionslehrer:innenbildung verstanden und aus der Perspektive universitärer Religionspädagogik in den Blick genommen. Analysiert wird die textsystematische Kopplung aktueller Herausforderungen („regulative Horizonte") an theologisches Fachwissen. Inklusion erscheint dabei primär als schulpraktischer Spezialfall von Diversitätssensibilität und bleibt an eine schulstrukturell sowie didaktisch-methodische Rahmung gebunden. Damit ist Inklusion im Text (anders als Ökumene und das Verhältnis zum Judentum) kein genuin theologisches Thema, was zur These seiner begrenzten Rückwirkungstiefe auf die Fachwissenschaften führt. Dadurch wird eine Selbstapplikation inklusionsbezogener Kritik an theologischen Disziplinen, ihren Normalitätsannahmen, Ambiguitäten und institutionellen Zugangsbedingungen eher verhindert als systematisch eingefordert. Der Beitrag plädiert für eine stärkere Refl exivierung von Fach- und Professionswissen und seinen Infrastrukturen im Horizont des Inklusionsdiskurses.