Thomas Nisslmüller

Jesusbilder: Mediale Bedingungen der Erinnerung

Section: Hermeneutik und Vermittlung
Volume 10 (2007) / Issue 20, pp. 62-72 (11)
Published 01.12.2007
DOI 10.1628/znt-2007-0021
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Summary
Jesus im Prisma der Medien zu skizzieren ist kein einfaches Vorhaben, zumal Medien sehr weit, sehr eng oder einfach nur im Sinne umgangssprachlicher Begriffsdichte gefasst werden können. Es gibt schöne, kritische und schreckliche Jesusdarstellungen. Wir finden moderne, postmoderne, barocke, antike, realistische, fiktionale, fingierte und palimpsesthafte Jesus-Ikonizität in der Geschichte der Jesus-Depiktionen. Nicht zuletzt geht es in diesem Beitrag um die Jesuspräsenz im aktuellen Wahrnehmungshaushalt: diese spielt sich durch mediale Begegnungsforen, wie Wort, Bild, symbolische Darstellungen i.w.S., sowie durch Erinnerungserfahrungen ein. Im Horizont dieser „Bricolagesemantik“ zeigt sich die Begegnung mit dem Jesusbild als eine offene, heuristisch codierte Aufgabe. Jesusbilder sind Offerten, etwas von der eigentlichen Wirklichkeit Gottes wie des Menschen zu entziffern und zu entdecken. Aus dem Blickwinkel einer auditiven Ästhetik sind Jesusbilder Verweis auf und Erweis von Gotteswirklichkeit sub specie vocis. Weitere Themenfelder: Jesus als Bricolagemodell / „Jesus auf dem Handy“ / Jesusbilder als Kokon im Markenwald / Jesusbilder als „Lebensschnittstellen“ medialer Erinnerung / Der Piktotop der Jesuserinnerung.