Burkhard Hess

Neukalibrierung der Zivilprozessordnungen im Kontext von Kollektivund Massenklagen

Eine deutsch-österreichische Studie
Section: Aufsätze
Volume 81 (2026) / Issue 19, pp. 860-869 (10)
Published 24.09.2026
DOI 10.1628/jz-2026-0233
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  • 10.1628/jz-2026-0233
Summary
Kollektiv- und Massenklagen stellen das überkommene Leitbild des Zwei-Parteien-Prozesses in Frage. Der Beitrag zeigt im deutsch-österreichischen Vergleich, wie die Prozessrechte darauf reagieren. Es kommt zu einem Perspektivenwechsel von der vertikalen zur horizontalen Prozessbewältigung und zur Neuinterpretation zahlreicher Vorschriften, etwa über die Verfahrensleitung, die Beweisaufnahme und die Rechtsmittel. Bei diesen Verfahren müssen die Gerichte, wie das Lkw-Kartell-Urteil des BGH vom 12.5.2026 (KZR 6/24) verdeutlicht, die parallelen Verfahren einbeziehen und eine Gesamtstrategie entwickeln. Das Lkw-Kartell-Urteil belegt, dass der Gesetzgeber die Neukalibrierung des Zivilprozessrechts nicht allein den Gerichten überlassen darf.