Das paulinische Eikon-Konzept 978-3-16-157359-0 - Mohr Siebeck
Theologie

Stefanie Lorenzen

Das paulinische Eikon-Konzept

Semantische Analysen zur Sapientia Salomonis, zu Philo und den Paulusbriefen

Unveränderte E-Book-Ausgabe 2019 2008. XIV, 304 Seiten.

Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament 2. Reihe 250

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ISBN 978-3-16-157359-0
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Stefanie Lorenzen nähert sich den verschiedenen mentalen Konzepten vom gottebenbildlichen Menschen durch semantische Analysen des griechischen Wortes εìκών und seiner Bedeutungsverwandten: Während die jüdisch-alexandrinischen Schriften die Gottebenbildlichkeit vor allem als geistige Entsprechung des Menschen begreifen, spielt bei Paulus auch der Körper eine grundlegende Rolle.
Methodisch beschreitet Stefanie Lorenzen mit dieser Arbeit Neuland, indem sie versucht, über die semantische Analyse des Wortes εìκών und seiner Bedeutungsverwandten das mit diesen Ausdrücken verbundene mentale Konzept zu erschließen. Als Korpus dienen neben den Homologumena des Paulus verschiedene Texte, die vermutlich in Alexandria entstanden: die Sapientia Salomonis und die Schriften Philos von Alexandrien.
Im Fokus der Untersuchung steht das mit εìκών verbundene Konzept der Gottebenbildlichkeit. Die jüdisch-alexandrinischen Autoren zeichnen den gottebenbildlichen Menschen als vollkommene geistige Entsprechung einer geistig vorgestellten gottebenbildlichen Mittlerfigur (z.B. dem Logos oder der Sophia): Prototyp ist der vollkommene Gerechte oder Weise. Der Körper des Menschen spielt dabei keine Rolle oder wird sogar negativ bewertet. Für Paulus hingegen ist der gottebenbildliche Mensch Ebenbild des gekreuzigten und auferstandenen Christus und damit eine somatisch verfasste Größe: Das Soma ist das Medium, in dem Christus erkannt werden kann. Es ist also medialer Vermittler des Christusereignisses und Träger der Gott- bzw. Christusebenbildlichkeit. Diese somatische Komponente des paulinischen εìκών -Konzeptes wird vor dem Hintergrund des alexandrinischen εìκών -Konzeptes besonders deutlich. In der Betonung dieser Differenz liegt der inhaltlich innovatorische Aspekt der vorliegenden Arbeit.
Personen

Stefanie Lorenzen Geboren 1976; Studium der evangelischen Theologie, Germanistik und der spanischen Philologie in Heidelberg; 2004 Assistenzvertretung am Lehrstuhl für Neues Testament in Jena; 2008 Promotion; seit 2007 Studienreferendarin in Saarbrücken.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Journal for the Study of the NT — 32.5 (2010), S. 84 (Simon J. Gathercole)
In: New Testament Abstracts — 53 (2009), S. 183
In: Ecclesia — 100 (2009), S. 21–22, 28–30, 62–64,70–72, 84–86 (H. Klink)
In: Theologische Literaturzeitung — 135 (2010), S. 1215–1217 (Eckart Reinmuth)
In: Religious Studies Review — 35 (2009), S. 266 (Ben C. Blackwell)