Der Begriff der Furcht bei Luther 978-3-16-149893-0 - Mohr Siebeck
Theologie

Thorsten Dietz

Der Begriff der Furcht bei Luther

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Leinen
ISBN 978-3-16-149893-0
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Luthers Theologie entwickelt sich im Umgang mit existenziellen Angsterfahrungen. Ausgehend von der historischen Rekonstruktion der theologischen Deutung der Furcht bei Luther fragt Thorsten Dietz nach dem Gewinn, den Luthers Denken für das Verständnis und die Bewältigung von Angst heute erbringt.
Erfahrung, Deutung und Bewältigung von Furcht spielen eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der reformatorischen Theologie Luthers. Thorsten Dietz zeichnet das theologische Verständnis von Furcht nach, wie Luther es in seinen Anfängen (1513–1519) in Auseinandersetzung mit der Tradition (Augustin, Scholastik, Frömmigkeitstheologie und Mystik) gewonnen hat.
Neben der Rekonstruktion der theologischen Entwicklung Luthers am Leitfaden des Furchtbegriffs wendet sich Dietz zwei Problemkreisen aus Luthers Reifezeit zu: dem Verständnis der Gottesfurcht in der Auslegung des ersten Gebotes Ende der 20er Jahre und der Auseinandersetzung um die Buße in den Antinomerdisputationen Ende der 30er Jahre. Deutlich wird dabei, dass die Überwindung der Furcht durch den Glauben nicht ein für alle mal zu vollziehen ist. Die Unterscheidung von Gesetz und Evangelium impliziert eine Anleitung, die bleibende Bedrohung der Angst wahrzunehmen und je neu zu überwinden. In der Interpretation der Gottesfurcht als Erfüllungsmoment des ersten Gebotes sowie in der bleibenden Zuordnung der Furcht zur Erfahrung des Gesetzes zeigt sich die Leistungsfähigkeit der theologischen Angstdeutung Luthers, Angst unverstellt wahrnehmen und empfinden, darin aber auch bewältigen und überwinden zu können.
Ausgehend von der historischen Rekonstruktion stellt sich die systematische Frage, welchen Gewinn Luthers Theologie für die Deutung und Bewältigung von Angst als Phänomen menschlichen Lebens erbringt. Dabei bezieht sich Thorsten Dietz auf theologische Interpretationen der Angst im 20. Jahrhundert sowie auf unterschiedliche psychologische Perspektiven der Gegenwart.
Diese Arbeit wurde von der Luther-Gesellschaft (Wittenberg) mit dem Martin-Luther-Preis für den akademischen Nachwuchs ausgezeichnet.
Personen

Thorsten Dietz Geboren 1971; Studium der Ev. Theologie und Philosophie in Münster, Tübingen und Marburg; 1997–2000 Dozent am Theologischen Seminar Tabor in Marburg; 2000–2005 Vikariat und Pfarrstelle z. A. in Castrop-Rauxel; seit 2005 Dozent am Theologischen Seminar Tabor.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Revue d'histoire et de Philosophie Religieuses — 90 (2010), S. 576 (M. Arnold)
In: Zeitschr. f. Kirchengeschichte — 122 (2011), S. 380–382 (Stefan Michel)
In: Nederlands Dagblad — 25. September 2009, S. 4 (Beilage) (Herman J. Selderhuis)
In: Archiv für Reformationsgeschichte — 40 (2011), S.31–32 (Literaturbericht) (Thomas Kaufmann)
In: Lutheran Quarterly — 24 (2010), S. 484–486 (Carter Lindberg)
In: Luther — 2011, Heft 2, S. 133–135 (Christopher Spehr)
In: Theologische Literaturzeitung — 135 (2010), S. 1145–1147 (Anna Vind)
In: Sixteenth Century Journal — 43 (2012), S. 275–277 (Christian D. von Dehsen)
In: Ichthys — 26 (2010), S. 249–250 (Gregor Heidbrink)
In: Idea Spektrum — 6. Oktober 2010, Nr. 40, S. 27
In: Jahrb. f. Evangelikale Theologie — 25 (2011), S. 324–326 (Klaus vom Orde)