Der Einfluss religiöser Vorstellungen auf die Entwicklung des Erbrechts 978-3-16-151740-2 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Der Einfluss religiöser Vorstellungen auf die Entwicklung des Erbrechts

Hrsg. v. Reinhard Zimmermann

2012. XI, 199 Seiten.
64,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-151740-2
lieferbar
Die Beiträge des vorliegenden Bandes befassen sich mit dem Einfluss religiöser Vorstellungen auf die Entwicklung des Erbrechts. Behandelt werden mit dem kontinentaleuropäischen civil law, dem englischen common law, dem jüdischen und dem muslimischen Recht vier der sieben großen Rechtstraditionen dieser Welt. Mit dem Recht der germanischen Stämme tritt eine Erscheinungsform der »chthonischen« und damit einer fünften Rechtstradition zutage.
Rechtsvergleichung ist mehr als der bloße Vergleich von Normen; und Rechtsgeschichte ist mehr als die bloße Genealogie von Normen. Recht ist immer auch Teil einer Kultur: Es ist kulturell geprägt, und es ist seinerseits prägender Bestandteil einer Kultur. Nach allgemeiner Auffassung gehört das Erbrecht zu den besonders stark kulturell imprägnierten Materien des Privatrechts. Unbestreitbar ist vermutlich auch, dass neben dem Recht die Religion zu den Elementen gehört, die eine Kultur maßgeblich formen, oder doch formen können. In diesem Sinne wird denn auch als ein Spezifikum der europäischen Kultur ihre christliche Prägung hervorgehoben.
Es lag damit nahe, sich auf einem Rechtshistorikertag, der das Verhältnis von Recht und Religion in den Vordergrund rückt, mit dem Einfluss religiöser Vorstellungen auf das Erbrecht zu befassen. Der aus diesem Anlass entstandene Band dokumentiert damit gleichzeitig das langsam wachsende Interesse an der historisch-vergleichenden Erforschung des Erbrechts und der Beziehungen zwischen Recht und Religion. Behandelt werden mit dem kontinentaleuropäischen civil law, dem englischen common law, dem jüdischen und dem muslimischen Recht vier der sieben großen Rechtstraditionen dieser Welt, und mit dem Recht der germanischen Stämme eine Erscheinungsform der »chthonischen«, und damit einer fünften Rechtstradition.
Inhaltsübersicht
Reinhard Zimmermann: Einführung – Martin Avenarius: Römisches Erbrecht und Religion: Interdependenzen von Herrschafts-, Vermögens- und Kultperpetuierung in Pontifikaljurisprudenz sowie Dogmatik und Praxis des ius civile – Jan Hallebeek: Dispositions ad pias causas in Gratian's Decretum: Should the Portio Christi be Restricted to a Child's Share? – Richard Helmholz: Religion and Succession in the History of English Law – Bernd Kannowski: Germanisches Erbrecht und Religion – Shael Herman: From Generation to Generation: Continuities of Jewish and Israeli Inheritance Regulation in the Light of Jewish Legal Sources – B enjamin Jokisch: Der Einfluss religiöser Vorstellungen auf die Entwicklung des Erbrechts: vom vorislamischen zum islamischen Erbrecht
Personen

Reinhard Zimmermann ist Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht und Professor an der Bucerius Law School, Hamburg.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Zeitschrift d.Savigny-Stiftung G — 2013, 502–504 (Mathias Schmoeckel)
In: Juristenzeitung — 2012, 557* (Nur Inhaltsangabe)
In: Zeitschr. integrativer europ. RechtsG (ZIER) — www.koeblergerhard.de/ZIER-HP/ZIER-HP-02–2012-Inhaltsverzeichnis.htm (09/2012) (Gerhard Köbler)
In: Journal der Juristischen Zeitgeschichte — 2016, 129–134 (Philipp Scheibelreiter)