Die »Erzählung des Aphroditian« 978-3-16-149815-2 - Mohr Siebeck
Theologie

Katharina Heyden

Die »Erzählung des Aphroditian«

Thema und Variationen einer Legende im Spannungsfeld von Christentum und Heidentum

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fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-149815-2
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Die »Erzählung des Aphroditian« erfreute sich in der byzantinischen und slavischen Welt großer Beliebtheit. Katharina Heyden führt durch die Überlieferungskontexte der Erzählung vom mittelalterlichen Russland bis ins vorkonstantinische Syrien und zeigt dabei Spielarten einer positiven christlichen Antikenrezeption auf.
Die »Erzählung des Aphroditian« berichtet in einer phantasievollen Ausgestaltung der Magierperikope (Mt 2,1–12) von der wundervollen Offenbarung der Geburt Christi durch heidnische Götter im persischen Heratempel und der dadurch ausgelösten Reise der Magier nach Juda. Während die Erzählung im Westen weitestgehend unbekannt ist, erfreute sie sich in der byzantinischen und slavischen Welt größter Beliebtheit.
Katharina Heyden widmet sich erstmalig der komplexen Überlieferungsgeschichte der »Erzählung des Aphroditian«. In Anknüpfung an die musikalische Gattung »Thema und Variationen« analysiert sie die verschiedenen literarischen, ikonographischen und historischen Überlieferungskontexte sowie die daraus resultierenden theologischen Akzentsetzungen als »Variationen«. Die Darstellung erfolgt rückwärts durch die Überlieferungsgeschichte von der selbständig überlieferten Erzählung im Russland des 15. und 16. Jhs. über prachtvolle byzantinische Miniaturencodices aus dem 11. Jh., eine Weihnachtspredigt des Johannes von Damaskos (8.Jh.), den Disputationsroman »De gestis in Perside« (6./5.Jh.) und die »Christliche Geschichte« des Philippos von Side (5. Jh.) zu den Ursprüngen der Erzählung, die in vorkonstantinscher Zeit in Syrien vermutet werden. Als Leitmotiv erscheint dabei die Frage nach den in den »Variationen« zu Tage tretenden Spielarten einer positiven Bezugnahme auf den heidnischen Kult.
Ein Materialteil enthält die verschiedenen Versionen der Erzählung in Originalsprache und Übersetzung sowie die (teilweise erstmals veröffentlichten) byzantinischen Miniaturen.
Die Arbeit wurde mit dem GSCO-Preis 2009 der Gesellschaft zum Studium des christlichen Ostens ausgezeichnet.
Personen

Katharina Heyden Geboren 1977; Studium der Ev. und Kath. Theologie in Berlin, Jerusalem und Rom; 2008 Promotion im Fach Kirchengeschichte in Jena; 2013 Habilitation in Göttingen; seit 2016 Professorin für Ältere Geschichte des Christentums und der interreligiösen Begegnungen an der Universität Bern.
https://orcid.org/0000-0001-5478-1613

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Theologische Rundschau — 77 (2012), S. 241–249 (Hans Georg Thümmel)
In: International Review of Biblical Studies — 55 (2008/09), S. 1198
In: Theologische Revue — 107 (2011), S. 27–29 (Theresia Hainthaler)