Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts 978-3-16-149586-1 - Mohr Siebeck
Theologie

Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts

Neunzehnter Band: Rheinland-Pfalz II. 1. Teilband: Die Reichsstädte Landau, Speyer, Worms; die Grafschaften Leiningen, Sayn und Wied. 2. Teilband: Die Wild- und Rheingrafschaft; das Fürstentum Pfalz-Simmern; die Grafschaft Pfalz-Veldenz (Nachtrag); Kurp
Begr. v. Emil Sehling. Bearb. v. Johann F. G. Goeters u. Thomas Bergholz

2008. XXXII, 995 Seiten.
334,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-149586-1
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Der vorliegende Band enthält nicht nur Kirchenordnungen, die Organisation und Lehre der evangelischen Landeskirchen behandeln, sondern wegen der engen Verzahnung von Religion und Politik auch zahlreiche Texte, soziale Fragen betreffen: Armenordnungen, Eheordnungen, Sonntagsgesetze, deren Spuren bis ins 20. Jahrhundert reichen.
Die Obrigkeiten der evangelisch gewordenen Territorien und Reichsstädte mussten ihren neuentstehenden Landeskirchen eigene Ordnungen geben, nachdem die Geltungskraft des mittelalterlichen (katholischen) Kirchenrechts und die päpstliche Obödienz und die bischöfliche Jurisdiktion ausgeschaltet worden waren.
Durch die enge Verzahnung von Religion und Politik im 16. Jahrhundert hatten Kirchenordnungen nicht nur Bedeutung für kirchliche Belange, sondern auch weitreichenden Einfluss auf das weltliche Rechtsleben. Integrale Bestandteile der Kirchenordnungen sind gottesdienstliche Regelungen, Liturgien, agendarische Bestimmungen und Gebetsformulare, Anstellungsvoraussetzungen und ?modus der Geistlichen, Kirchendisziplin und Bannregelungen. Zugehörig zu den Kirchenordnungen im engeren Sinne sind mit den Ordnungen in Zusammenhang stehende kirchen-, lebens- und gesellschaftsordnende Texte, insbesondere Visitationsinstruktionen, Ehe- und Armenordnungen. Manche der Texte waren durch die Verbindung von »Thron und Altar« im Deutschen Kaiserreich bis 1918 zumindest nominell gültig; ihre Wirkungsgeschichte reicht tief bis ins 20. Jahrhundert hinein, etwa was die Sonderstellung der christlichen Kirchen auch in der Bundesrepublik oder die staatliche Gesetzgebung zum Schutz des Sonntages angeht.
Der vorliegende Doppelband beschließt die Ausgabe der Ordnungen für das heutige Bundesland Rheinland-Pfalz. Er enthält neben den Texten der drei pfälzischen Reichsstädte Landau, Speyer und Worms die Ordnungen einiger kleinerer Territorien in der Pfalz, auf dem Hunsrück und im Westerwald. Darunter sind so bedeutende Texte wie der erste protestantische Katechismus überhaupt, den Johann Bader 1526 in Landau drucken ließ, oder die Wormser Deutsche Messe von 1524, eines der ersten gedruckten evangelischen Gottesdienstformulare.
Personen

Thomas Bergholz Geboren 1966; Studium der Evangelischen Theologie und Musikwissenschaft in Saarbrücken, Bonn und Heidelberg; 1993 Promotion; angestellt bei der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

J F Goeters Geboren (1926–1996); 1957 Dr. theol.; 1963 Privatdozent für Kirchengeschichte in Bonn; 1967 Professor für Kirchengeschihte in Münster/Westfalen; 1991 emeritiert

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Archiv für Liturgiewissenschaft — 54 (2012), S. 336–338 (Friedrich Lurz ua)
In: Archiv für Kath.Kirchenrecht — 177 (2009), 299–300 (Peter Stockmann)
In: Blätter für Pfälzische KirchenG u. rel. Volkskunde — 76 (2009), S. 280–272 (Friedhelm Hans)
In: Sehepunkte — http://www.sehepunkte.de/2010/04/15312.html (04/2010) (Judith Becker)
In: Rheinische Vierteljahresblätter — 74 (2010), S. 338–339 (Christoph Strohm)