Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts 978-3-16-154245-9 - Mohr Siebeck
Geschichtswissenschaft

Emil Sehling

Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts

Einundzwanzigster Band: Nordrhein-Westfalen I. Die Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg. Das Hochstift und die Stadt Minden. Das Reichsstift und die Stadt Herford. Die Reichsstadt Dortmund. Die Reichsabtei Corvey. Die Grafschaft Lippe u.a.
Begr. v. Emil Sehling, fortgeführt von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, hrsg. v. Eike Wolgast, bearb. v. Sabine Arend

2015. XIV, 551 Seiten.
219,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-154245-9
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Evangelische Kirchenordnungen entstanden im 16. Jahrhundert vor dem Hintergrund der Reformation. Auf der Grundlage der evangelischen Lehre geben sie Richtlinien für den Kultus, den Aufbau der entstehenden Landeskirchen, das sittliche Verhalten der Bevölkerung, sowie Schule und Armenfürsorge. Der vorliegende Band setzt die Editionsreihe kirchenordnender Dokumente des 16. Jahrhunderts fort.
Evangelische Kirchenordnungen entstanden im 16. Jahrhundert vor dem Hintergrund des reformatorischen Umbruchs. Sie trugen ordnende Strukturen in die Kirche ein, indem sie Ämter, Liturgie, Predigt und Gottesdienst gemäß der evangelischen Lehre neu definierten. Viele Kirchenordnungen wirkten auch in das gesellschaftliche Leben hinein, auf die öffentliche Fürsorge und die soziale Ordnung sowie in den Bereich von Haus und Familie mit Regelungen zur Ehe und zum Zusammenleben der Partner.
Der rheinisch-westfälische Raum stellt hinsichtlich der Reformationseinführung eine heterogene Landschaft dar. Er war nicht nur territorial stark zersplittert, sondern auch konfessionell vielgestaltig. Nachdem zahlreiche Territorialherren und städtische Magistrate in den 1530er Jahren die Reformation lutherischer Prägung eingeführt hatten, leiteten einige Fürsten in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts den Wechsel zum reformierten, an der Theologie Johannes Calvins ausgerichteten, Bekenntnis ein. Eine besondere Linie vertraten die Herzöge von Jülich-Kleve-Berg, die zwar kirchliche Reformen einleiteten und einige evangelische Zeremonien zuließen, letztlich aber auf dem Boden der römischen Amtskirche blieben.
Personen

Emil Sehling Geboren 1860 in Essen; Jura-Studium in Bonn und Leipzig; Schüler von Emil Friedberg; 1881 Dr. iur. utr.; 1885 Habilitation in Kirchenrecht; Professor für Kirchenrecht und Handelsrecht in Leipzig, Kiel und Erlangen; 1919 theologische Ehrendoktorwürde; gestorben 1928 in Erlangen.

Eike Wolgast Geboren 1936; Studium der Geschichte, Philosophie und lat. Philologie in Göttingen und Heidelberg; 1963 Promotion; 1973 Habilitation; 1976–2004 Professor für Neuere Geschichte an der Universität Heidelberg; 2004 emeritiert.

Sabine Arend Geboren 1969; Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, der Kunstgeschichte und Volkskunde (Europäische Kulturanthropologie) in Göttingen; 2001 Promotion; seit 2002 Mitarbeiterin der Heidelberger Akademie der Wissenschaften in der Arbeitsstelle »Die evangelischen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts".

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Jahrbuch f.Liturgik u.Hymnologie — 2016, 124–125 (Jörg Neijenhuis)
In: Jahrbuch f. Evang. KirchenG d. Rheinlandes — 66 (2017), S. 252–259 (Stephan Bitter)
In: Jahrbuch f.Westfäl. KirchenG — 112 (2016), S. 459–461 (Martin Brecht)
In: Archiv für Liturgiewissenschaft — 60 (2018), S. 333–335 (F. Lurz)
In: Archiv f. ReformationsG -Literaturbericht- — 45 (2016), S. 121–122 (Rutz)
In: Das Historisch-Politische Buch — 64 (2016), S. 363–364 (Dirk Fleischer)
In: Kirchl. Amtsblatt d.Ev.Kirche Westf — 2016, Nr. 6, S. 205 (Vicco von Bülow)
In: Lippische Mitteilungen — 85 (2016), S. 255–257 (Nicolas Rügge)
In: Sehepunkte — http://www.sehepunkte.de/2017/10/28827.html (Judith Becker)
In: Blätter für Pfälzische KirchenG u. rel. Volkskunde — 84 (2017), S. 207–210 (Stephan Bitter)