Die Mitte der Reformation 978-3-16-156605-9 - Mohr Siebeck
Theologie

Thomas Kaufmann

Die Mitte der Reformation

Eine Studie zu Buchdruck und Publizistik im deutschen Sprachgebiet, zu ihren Akteuren und deren Strategien, Inszenierungs- und Ausdrucksformen

139,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-156605-9
lieferbar
Auch verfügbar als:
Wie wurden die reformatorischen Ideen konkret in den Druck gebracht? Welchen Anteil hatten die Schriftsteller, welche Rolle spielten die Drucker und Buchdistributoren (Buchführer) bei dem Verbreitungsprozess reformatorischer Literatur und wie wirkten diese auf Gestaltung und Inhalt der Bücher zurück? Wie vollzog sich die Transformation des Buchmarktes im Zuge der frühen Reformation? Thomas Kaufmann bietet in diesem Werk mikrologische Analysen über das Zusammenwirken von diversen Buchakteuren im Kommunikationsprozess der frühen Reformation.
Die Bedeutung des Buchdrucks für Verlauf und Gestalt der Reformation ist seit der Reformationszeit ein zentrales Thema. Unklar war allerdings bisher, wie die unterschiedlichen Akteure des reformatorischen Kommunikationsprozesses – die theologischen Schriftsteller, die Buchdrucker, Verleger und Buchführer, Formschneider, Leser etc. – auf der Mikroebene interagierten. Hier setzt Thomas Kaufmann an und rekonstruiert zunächst, inwiefern die Reformatoren als »Printing Natives« frühzeitig Kontakte zu Buchdruckern unterhielten, bereits vor der Reformation an Herstellungsprozessen beteiligt und routinierte Editoren, Korrektoren und Publizisten waren, Verfahren beschleunigter Buchherstellung entwickelten und die Strukturen des Buchmarkts genauestens kannten. Sodann arbeitet der Verfasser die Rolle der Buchdrucker und ihrer Familien heraus; hierbei zeigt sich, dass sie eine vielfach unterschätzte Rolle bei der Gestaltung und Inszenierung eines Buches spielten und originelle Strategien der Transformation des überkommenen Buchmarktes entwickelten. In einem letzten Schritt arbeitet der Autor anhand von Schlüsselgattungen und -texten der frühen Reformation (Thesenreihen; Disputationsberichten; druckgraphischen Serien; Editionen; Gebet- und Liederbüchern etc.) heraus, dass die reformatorischen Publizisten einen immensen Drang in die publizistische Öffentlichkeit entwickelten, innerhalb kürzester Zeit traditionelle akademische Diskursformen wie Disputationen vermittels des Buchdrucks radikal veränderten und neue, ihren Bedürfnissen entsprechende Gattungen schufen. Nach Auffassung des Verfassers bildete die Interaktion zwischen den reformatorischen Inhalten und ihrer typographischen Reproduktion die Mitte der Reformation.
Personen

Thomas Kaufmann Geboren 1962; Studium der Ev. Theologie und Geschichte in Münster, Tübingen und Göttingen; 1990 Promotion; 1994 Habilitation; 1996–2000 Lehrstuhl für Kirchengeschichte an der LMU München; seit 2000 Lehrstuhl für Kirchengeschichte in Göttingen.

Rezensionen

Für diesen Titel liegen noch keine Rezensionen vor.