»Eine gewaltige Erscheinung des positiven Rechts« 978-3-16-158922-5 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

»Eine gewaltige Erscheinung des positiven Rechts«

Karl Bindings Normen- und Strafrechtstheorie
Hrsg. v. Michael Kubiciel, Martin Löhnig, Michael Pawlik, Carl-Friedrich Stuckenberg u. Wolfgang Wohlers

2020. Ca. 460 Seiten.
erscheint im November
ca. 105,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
eBook PDF
ISBN 978-3-16-158922-5
in Vorbereitung
Auch verfügbar als:
Karl Binding (1841–1920) zählt zu den bedeutendsten und umstrittensten deutschen Strafrechtswissenschaftlern. Er hat entscheidend zur Etablierung der Rechtstheorie beigetragen und das strafrechtliche Denken in vielfältiger Weise befruchtet. Der Band analysiert das umfangreiche Werk Bindings und fragt nach seiner Bedeutung für die Gegenwart.
Karl Binding (1841–1920) zählt zu den bedeutendsten und gleichzeitig umstrittensten Denkern der deutschen Strafrechtswissenschaft. Sein mehrbändiges Werk Die Normen und ihre Übertretung war ein entscheidender Impuls für die Etablierung der Rechtstheorie als eigenständige wissenschaftliche Disziplin. Zudem hat die normentheoretische Fundierung der dogmatischen Arbeiten Bindings diesen zu einer eindrucksvollen systematischen Geschlossenheit verholfen. Die lange als Ausfluss eines etatistischen und positivistischen Denkens abgelehnte Normentheorie ist seit einiger Zeit wieder in den Fokus der Strafrechtswissenschaft gerückt. Auch viele von Bindings dogmatischen Positionen werden heute, wenn auch teils in anderer Einkleidung, wieder mit Gewinn diskutiert. Der Band analysiert das monumentale Werk Bindings sowie seine ideengeschichtlichen Hintergründe und fragt nach der Bedeutung von Bindings Denken für die Gegenwart.
Inhaltsübersicht
Teil I: Einflüsse und zeitgenössischer Kontext
Martin Löhnig/Michael Pawlik: Einleitung – Andreas Funke: Karl Bindings Normentheorie im Lichte der zeitgenössischen Diskussion – Thomas Meyer: Zwischen positivem Recht und Vernunft. Karl Bindings Verhältnis zu Hegel und den Hegelianern des 19. Jahrhunderts – Stephan Stübinger: »weil mein Freund Adolf Merkel mit Recht drauf gedrungen hat«

Teil II: Binding als Strafrechtstheoretiker
Günther Jakobs: Bindings Rechtspositivismus – Michael Pawlik: Bindings Beitrag zur Straftheorie – Wolfgang Wohlers: Karl Binding und die Rechtsgutstheorie

Teil III: Bindings Behandlung strafrechtlicher Einzelfragen
Milan Kuhli: Unrecht und Schuld bei Binding – Carl-Friedrich Stuckenberg: Bindings Lehre vom Vorsatz und von der Fahrlässigkeit – Diethelm Klesczewski: Systemanspruch und Formalismus in Bindings Lehrbuch zum Besonderen Teil – Volker Haas: Binding als Theoretiker des Strafprozessrechts

Teil IV: Binding als Rechtshistoriker
Martin Löhnig: Karl Binding: Vom Studenten zum Ordinarius – Einflüsse im dritten Lebensjahrzehnt – Lucas Gschwend/Noëmie Schär: Binding über Ehre und Zweikampf

Teil V: Binding als Rechtspolitiker
Gerrit Hohendorf: Die Bedeutung der »Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens« von Karl Binding und Alfred Hoche für die scheinbare Rechtfertigung des nationalsozialistischen »Euthanasie«-Programms

Teil VI: Nachwirkungen und Gegenwartsbedeutung Bindings
Michael Kubiciel: Bindings Normentheorie und die Strafrechtswissenschaft der Gegenwart – Frauke Rostalski: Karl Bindings Einfluss auf die Strafrechtswissenschaft – Luigi Cornacchia: Bindings Einfluss auf die italienische Rechtswissenschaft – Antonio Martins: Kritik an Binding – Wolfgang Frisch: Bindings Bedeutung für die heutige Strafrechtswissenschaft
Personen

Michael Kubiciel ist Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Medizin- und Wirtschaftsstrafrecht an der Universität Augsburg.

Martin Löhnig ist Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Deutsche und Europäische Rechtsgeschichte sowie Kirchenrecht an der Universität Regensburg.

Michael Pawlik ist Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Freiburg i. Br.

Carl-Friedrich Stuckenberg ist Inhaber des Lehrstuhls für deutsches und internationales Strafrecht und Strafprozessrecht, Strafrechtsvergleichung sowie Strafrechtsgeschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Wolfgang Wohlers ist Professor für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Juristischen Fakultät der Universität Basel.

Rezensionen

Für diesen Titel liegen noch keine Rezensionen vor.