Erleben und Deuten 978-3-16-154298-5 - Mohr Siebeck
Theologie

Erleben und Deuten

Dogmatische Reflexionen im Anschluss an Ulrich Barth. Festschrift zum 70. Geburtstag
Hrsg. v. Roderich Barth, Andreas Kubik u. Arnulf von Scheliha

2015. XI, 484 Seiten.
99,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-154298-5
lieferbar
Anlässlich des siebzigsten Geburtstages von Ulrich Barth werden in diesem Band die Themen der Dogmatik mit Bezug auf Ulrich Barths Religionstheorie behandelt. Es entstehen die Konturen einer zeitgemäßen protestantischen Dogmatik, die sich dem aufgeklärt-kritischen Religionsdiskurs ebenso verpflichtet weiß wie der Einsicht in die unverzichtbare Bedeutung des christlichen Glaubens in der Moderne.
Anlässlich des siebzigsten Geburtstages von Ulrich Barth haben sich Fachkollegen und Schüler zusammengefunden, um sich anhand seiner subjektivitäts- und modernitätstheoretischen Grundlegung des Religionsbegriffs mit den Themen der materialen Dogmatik auseinanderzusetzen. Im Sinne der Schwerpunkte in Barths Œuvre werden in diesem Buch unterschiedliche Akzente gesetzt, teils auf die Gegenstands- oder Reflexionsseite, teils auf die symbolische oder phänomenale Seite, teils auf die theologiegeschichtliche Analyse der Umformung eines dogmatischen Themas oder auf dessen gegenwarts- und praxisorientierte Affirmation. Durch diese Festschrift entstehen die Konturen einer zeitgemäßen protestantischen Dogmatik, die sich dem aufgeklärt-kritischen Religionsdiskurs ebenso verpflichtet weiß wie der Einsicht in die lebensdienliche Bedeutung des christlichen Glaubens in der Moderne.
Inhaltsübersicht
I. Der Schöpfer und sein Ebenbild
Johann Hinrich Claussen: Religion mit oder ohne Gott. Überlegungen zur Aktualität der Frage nach Gott – Christian Senkel: Schöpfung. Kosmologie als Ästhetik der Lebenswelt – Matthias Neugebauer: Der Wert des Lebens. Vom Sinn der Werte in der religiösen Selbst- und Weltdeutung – Markus Buntfuß: Das religiöse Erlebnis- und Deutungspotential der Metaphern ,Gottebenbildlichkeit' und ,Gotteskindschaft'

II. Die Kreatur
Martin Fritz: Mut und Schwermut der Kreatur. 'Schöpfung' nach Tillich – Georg Neugebauer: Das Fühlen der Sünde. Bemerkungen zur Hamartiologie im Anschluss an Luther – Jan Rohls: Adams Fall bei Kleist, Schiller und Kant – Thorsten Moos: Lebenshemmungen. Die Lehre vom Übel bei Schleiermacher und Ritschl – Roderich Barth: Dankbarkeit als religionsaffines Gefühl. Überlegungen zu dogmatischen Anknüpfungspunkten

III. Jesus Christus
Peter Grove: Beurteilung Jesu. Albrecht Ritschls Beitrag zu einer neuen Christologie – Michael Murrmann-Kahl: »Es wird drauf los konstruiert, was das Zeug hält.« Ein Beitrag zur Diskussion über die Bedeutung der Lehre von der Person Jesu in der Christologie – Folkart Wittekind: Soteriologische Christologie als wahrheitstheoretische Darstellung des Selbstverhältnisses im Glauben

IV. Leben im Geist
Christian Danz: Der Geist der Religion. Anmerkungen zur religionstheoretischen Funktion der Pneumatologie – Roland M. Lehmann: Religionssoziologische und christentumstheoretische Perspektiven der Aufklärungstheologie. Der Kirchenbegriff bei Semler, Teller und Kant – Wilhelm Gräb: Göttliche Rechtfertigung – ein lebensdienlicher Akt humaner Selbstdeutung. Die Funktion der Dogmatik in der Praxis religiöser Kommunikation – Arnulf von Scheliha: Die Taufe. Ein Beitrag zur ethischen Interpretation eines dogmatischen Themas – Björn Pecina: Der Tod und das Essen. Reale Gegenwarten im Abendmahl – Andreas Kubik: »Der Glaube ist selbst das ganze Heil«. Versuch über die soteriologische Qualität des Glaubensbegriffs unter den Bedingungen einer spätmodernen Religionstheologie – Gerson Raabe: Beten heute – Jörg Dierken: Religion und Geist. Pneumatologische Fluchtlinien von Ulrich Barths Religionstheorie

V. Ewiges Leben
Jörg Lauster: Das 'furchtbarerhabene' Ende der Dinge. Überlegungen zur religiösen Bedeutung der Vorstellung vom Weltende – Michael Moxter: Vom Ruhestand des Denkens. Prolegomena zur Eschatologie – Martin Arneth: Ein Psalm von der »Ewigkeit« der Gottesbeziehung
Personen

Roderich Barth Geboren 1966; Studium der Theologie und Philosophie; 2002 Promotion; 2008 Habilitation; seit 2013 Professor für Systematische Theologie/Ethik an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Andreas Kubik Geboren 1973; 1993–2000 Studium der Ev. Theologie, Germanistik und Philosophie; 2005 Promotion; 2008–13 Juniorprofessor für Praktische Theologie mit dem Schwerpunkt Hermeneutik neuzeitlicher Christentumspraxis in Rostock; 2013–14 Vertretung der Professur für Praktische Theologie und Religionspädagogik am Institut für Evangelische Theologie in Osnabrück; seit 2015 Inhaber der Professur für Praktische Theologie und Religionspädagogik am Institut für Evangelische Theologie in Osnabrück.

Arnulf von Scheliha Geboren 1961; Studium der Ev. Theologie; 1991 Promotion; 1997 Habilitation; seit 2014 Professor für Theologische Ethik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Direktor des Instituts für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften (IfES).

Ulrich Barth Geboren 1945; seit 1978 Kirchenmusiker in St. Albani Göttingen; 1982 Promotion in Göttingen; 1990 Habilitation in Göttingen; akademische Lehrtätigkeit in München, Mainz, Göttingen und Hamburg; 1993 Berufung als Professor für Systematische Theologie (Schwerpunkt Dogmatik und Religionsphilosophie) an die Theologische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; seit seiner Emeritierung Seniorprofessor an der Theologischen Fakultät der Humboldt Universität Berlin und an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Zeitzeichen — 2017, Heft 1, S. 63–64 (Martin Laube)
In: Theologische Literaturzeitung — 142 (2017), S. 810–812 (Hartmut von Sass)