Gershom Scholem in Deutschland 978-3-16-153262-7 - Mohr Siebeck
Judaistik

Gershom Scholem in Deutschland

Zwischen Seelenverwandtschaft und Sprachlosigkeit
Hrsg. v. Gerold Necker, Elke Morlok u. Matthias Morgenstern

2014. VIII, 302 Seiten.
39,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-153262-7
lieferbar
In der Biographie des Kabbala-Forschers Gershom Scholem zeigt sich die Ambivalenz deutsch-jüdischer Beziehungen im Schatten der Schoa. Mit neuen Quellen und unerwarteten Zugängen werden in zwölf Beiträgen Scholems Lebensstationen, Gespräche sowie Facetten der jüdischen Mystik erschlossen. Dabei offenbart sich nicht nur seine private Seite, sondern auch seine Bedeutung für die Zeitgeschichte der Bundesrepublik Deutschland.
Die Biographie des in Berlin geborenen und ab 1923 in Jerusalem lebenden Kabbala-Forschers Gershom Gerhard Scholem ist von den Katastrophen und Umbrüchen des 20. Jahrhunderts geprägt. Im Horizont des für Scholem ambivalenten deutsch-jüdischen Verhältnisses nehmen die Autoren des Bandes seinen Werdegang im Kaiserreich und in der Weimarer Republik in den Blick sowie die Bedeutung, die er als israelischer Gesprächspartner für die Zeitgeschichte der Bundesrepublik Deutschland hatte. Die Beziehungen zu Walter Benjamin und Hannah Arendt, zu dem Theologen Otto Michel und dem Verleger Siegfried Unseld dokumentieren auf unterschiedlichen Ebenen Scholems Verbindung zu Deutschland, die ihn auch bei persönlicher Lyrik und sogar bei seiner wissenschaftlichen Prosa zur jüdischen Mystik begleitete.
Inhaltsübersicht
I. Einleitung Gerold Necker: Gershom Scholems ambivalente Beziehung zu Deutschland

II. Lebens- und Bildungsstationen Bill Rebiger: Auch eine Berliner Kindheit um 1900. Zur Biographie von Gershom Scholem bis zum Ersten Weltkrieg – Klaus Herrmann: Gershom Scholems Weg zur Kabbala – Saverio Campanini: םולש םע ולע ( Alu im Shalom). Die Bibliothek Gershom Scholems vor der Auswanderung – Gerold Necker: »Wie Licht und Nacht« – zur Bedeutung von Friedrich Hölderlin bei Gershom Scholem

III. Im Austausch Elke Morlok/Frederek Musall: Die Geschichte seiner Freundschaft – Gershom Scholem und die Benjamin-Rezeption in der Bonner Republik – Noam Zadoff: Der Maskentanz: Gershom Scholem, Hannah Arendt und der Eichmann Prozess – Matthias Morgenstern: »Eine bleibende Arbeitsgemeinschaft zwischen mir und Jerusalem«. Die Korrespondenz zwischen Otto Michel und Gershom Scholem

IV. Zur Kabbala in Deutschland Amir Engel: Gershom Scholems »Kabbala und Mythos« jenseits deutsch-jüdischer Romantik – Patrick Koch: Ein verschollener jüdischer Mystiker? – Gershom Scholems Nachforschungen zu Ephraim Joseph Hirschfeld – Jonatan Meir: »Die letzten Kabbalisten in Deutschland«: Gershom Scholem und die Familie Wechsler

V. Epilog Sabine Berghahn: »Sie stammen aus einer anderen Welt, liebes Kind!« – Erinnerungen an ein Gespräch mit Gershom Scholem und seiner Frau Fania in Jerusalem
Personen

Gerold Necker ist außerplanmäßiger Professor am Seminar für Judaistik/Jüdische Studien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Elke Morlok ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Judaistik an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz.

Martin Morgenstern Geboren 1953; Studium der Philosophie und Germanistik; 1984 Promotion; 1992–98 Lehrbeauftragter an der Universität des Saarlandes; arbeitet im Schuldienst des Landes Rheinland-Pfalz.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Süddeutsche Zeitung – F — 25. November 2014, S. 14 (Thomas Meyer)
In: Journal of Jewish Studies — 67 (2016), S. 440–442 (Joachim Schlör)
In: Gnostika — 2014, Heft 55, S. 125–126 (F.W. Schmitt)
In: Concilium — 2014, Heft 5, S. 179
In: Fachbuchkritik.de — http://www.fachbuchkritik.de/html/gershom_scholem_in_deutschland.html (11/2014)
In: Germanisch-Romanische Monatsschrift — 65 (2015), S. 527–529 (Sonia Goldblum)
In: Historische Zeitschrift — 303 (2016), S. 908–910 (Bernhard Unckel)
In: Dialogo Filosofico — 31 (2015), S. 362–363
In: Revue des Sciences philosophiques et theologique — 99 (2015), S. 515–530 (Jerome Rousse-Lacordaire)
In: Junge Freiheit — 20. November 2015, S. 22 (Thomas Kuzias)