Gesammelte Schriften 978-3-16-149016-3 - Mohr Siebeck
Sozial-/Kulturwissenschaften

Hugo Preuß

Gesammelte Schriften

Erster Band: Politik und Gesellschaft im Kaiserreich
Hrsg. u. eingel. v. Lothar Albertin in Zus.-Arb. m. Christoph Müller

2007. X, 812 Seiten.
99,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-149016-3
lieferbar
Dieser Band umfasst die Politischen Schriften von Hugo Preuß aus der Zeit von 1885 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs, in denen sich Preuß mit dem »Sonderweg« des deutschen Liberalismus auseinandersetzt, eine Brücke zur Sozialdemokratie schlägt und für eine europäische Verständigung eintritt.
Dieser Band umfasst die politischen Schriften von Hugo Preuß aus der Zeit von 1885 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, in denen sich Preuß mit dem »Sonderweg« des deutschen Liberalismus auseinandersetzt. Schwerpunkt seiner politischen Analysen war die Schwäche und Zerfahrenheit des deutschen Liberalismus. Bismarck hatte einen Teil der liberalen Forderungen verwirklicht, indem er die Einheit Deutschlands herstellte. Aber zugleich hatte er die Kraft der liberalen Bewegung gebrochen. In dieser Krise des Liberalismus wollte Preuß eine Brücke zur demokratischen Arbeiterbewegung schlagen, wie das in England die Fabian Society und in Frankreich Jean Jaurès und die Radikalsozialisten zu Wege gebracht hatten. Im Krieg verurteilte er die imperialistischen Exzesse der alldeutschen sogenannten Vaterlandspartei, trat für einen Verständigungsfrieden ein und wollte den preußisch-deutschen Obrigkeitsstaat durch einen parlamentarischen Volksstaat überwinden. Eindringlich warb er darum, in Europa freund-nachbarliche Verhältnisse herzustellen, um die gefährliche Selbstisolierung zu überwinden. Erst als das Kaiserreich in der militärischen Niederlage zusammenbrach, konnte er versuchen, sein Reformkonzept, das sich bisher auf die Berliner Kommunalpolitik beschränkt hatte, zu verwirklichen. Die Weimarer Republik wurde jedoch von ihren Gegnern zerstört, die Neuordnung hatte erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bleibenden Erfolg.
Personen

Hugo Preuß (1860–1925) 1918 Staatssekretär des Innern, Entwurf der Weimarer Reichsverfassung; 1919 erster Reichsinnenminister, Rücktritt mit dem Kabinett Scheidemann wegen der Bedingungen des Versailler Friedensvertrages; 1920 Abgeordneter des Preußischen Landtags für die DDP.

Lothar Albertin (1924–2018). Professor emeritus für Zeitgeschichte und Politische Wissenschaft an der Universität Bielefeld.

Christoph Müller ist emeritierter Professor für Staatsrecht und Politik am Fachbereich Rechtswissenschaft der FU Berlin.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Recht und Politik — 2009, 117 (Rudolf Wassermann)
In: Das Historisch-Politische Buch — 55 (2007), S. 359–360 (Daniel Hildebrand)
In: Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie — 2011, 442–424 (Ino Augsberg)
In: Informationsmittel f. Bibliotheken — Http://ifb.bsz-bw.de (10.10.08) (Joachim Lilla)
In: Jahrbuch f. Liberalismus-Forschung — 2008 (März), 78–81 (Jürgen Frölich)
In: FAZ – Redaktion NSB — 17. August 2007, 37 (Günther Gillessen)
In: Süddeutsche Zeitung – F — 8. November 2007, 18 (Eberhard Straub)
In: Die Öffentliche Verwaltung — 2008, 784–786 (Hans-Christof Kraus)
In: Sehepunkte — Www.sehepunkte.de (Siegfried Weichlein)
In: H-Judaic Book Reviews — Www.h-net.com/reviews/ (24.11.2008 (Peter C. Caldwell)
In: Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung — 2008, 345–349 (Siegfried Graßmann)
In: H-Soz-u-Kult — Hsozkult.geschichte.hu-berlin.de (Nadine Rossol)
In: Juristenzeitung — 2007, 1148–1149 (Stanley L. Paulson)
In: Lo Stato — 2013, 271–280 (Agostino Carrino)