Gesammelte Schriften 978-3-16-150525-6 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Hugo Preuß

Gesammelte Schriften

Fünfter Band: Kommunalwissenschaft und Kommunalpolitik
Hrsg. u. eingel. v. Christoph Müller

2012. X, 885 Seiten.
109,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-150525-6
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Hugo Preuß, der Vater der Weimarer Verfassung, war die längste Zeit seines beruflichen Lebens (1890–1918) als Stadtverordneter bzw. als Stadtrat im in der Kommunalpolitik Berlins tätig. Seinem Kampf um Urbanität, Stadtentwicklung, Verkehrsplanung und Gemeindeschule kommt eine geradezu paradigmatische Bedeutung zu.
Am 28. Oktober vor 150 Jahren wurde Hugo Preuß (1860–1925) geboren. Es ist weithin bekannt, dass er an der Entstehung der Weimarer Reichs­ver­fas­sung führend beteiligt war, aber weit weniger, dass er zwischen 1890 und 1918 als Stadtverordneter bzw. als Stadtrat aktiv und kämpferisch in der Kommunal­politik der sich stürmisch entwickelnden Industriestadt Berlin tätig war. Hier hat er sein staats­theo­re­tisches Konzept einer praktischen, kommunal­politi­schen Bewährung unter­zogen. Unter dem Druck der Verhältnisse war es unve­rmeid­lich geworden, über die früh­libe­rale Be­schrän­kung der Staatstätigkeit auf Sicherheit und Ordnung hinaus­zu­gehen. Um das Zusammenleben von Millionen von Menschen auf engstem Raum mög­lich zu machen, wurde eine umfassende Infra­struk­tur­pla­nung notwendig. Wie New York, London, Paris und Tokyo musste auch Berlin seine Vororte einge­mein­den, groß­räumig die Versorgung mit Wasser und Energie, die Entsorgung von Abwasser sicherstellen, bezahlbare Wohnungen bauen und unter den Bedingungen extre­mer Verdichtung eine Lösung für die innerstädtische Mobilität ent­wickeln. Zu­gleich mussten auch Schulen, Universitäten, Theater und Museen gebaut und Bil­dung und Kultur gefördert werden, um ein »menschenwürdiges Leben« für alle seine Bürger zu gewähr­lei­sten. Was in dieser kriti­schen Periode an In­no­vation entwickelt wurde, ist bis heute aktuell geblieben. Weltweit werden immer mehr Menschen in Städten leben. Unsere städtischen Agglomerationen und die inhu­ma­nen Megastädte unserer Zeit müssen erst wieder re-urbanisiert werden. Aber zugleich ist die lokale Selbstregierung überall gefährdet. Das verschafft dem Kampf von Hugo Preuß um Urbanität, Stadtentwicklung, Verkehrsplanung und Gemeindeschule heute eine geradezu paradigmatische Bedeutung.
Personen

Hugo Preuß (1860–1925) 1918 Staatssekretär des Innern, Entwurf der Weimarer Reichsverfassung; 1919 erster Reichsinnenminister, Rücktritt mit dem Kabinett Scheidemann wegen der Bedingungen des Versailler Friedensvertrages; 1920 Abgeordneter des Preußischen Landtags für die DDP.

Christoph Müller ist emeritierter Professor für Staatsrecht und Politik am Fachbereich Rechtswissenschaft der FU Berlin.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Portal für Politikwiss. pw-portal.de — http://pw-portal.de (03/2013) (Nur Bibliographie)
In: Zeitschrift d.Savigny-Stiftung G — 2014, 676–678 (Ralf Lunau)
In: Der Städtetag — 2013, Heft 3, 10
In: Lo Stato — 2013, 271–280 (Agostino Carrino)
In: Zeitschr. integrativer europ. RechtsG (ZIER) — http://www.koeblergerhard.de/ZIER-HP-03–2013/PreussHugo-GesammelteSchriften5.htm (Gerhard Köbler)
In: Informationsmittel f. Bibliotheken — http://ifb.bsz-bw.de/bsz37833574Xrez-1.pdf?id=6178 (09/2013) (Joachim Lilla)