Gewohnheit. Gebot. Gesetz 978-3-16-150911-7 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Gewohnheit. Gebot. Gesetz

Normativität in Geschichte und Gegenwart: eine Einführung
Hrsg. v. Nils Jansen u. Peter Oestmann

2011. XXII, 366 Seiten.
29,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-150911-7
lieferbar
Das vorliegende Buch bietet eine fachübergreifende, studentenorientierte Einführung in den Fragenkreis der Normativität und führt damit die weitgehend unverbundenen Fachdiskurse von Historikern, Juristen, Theologen und Philosophen in Form von dreizehn teils historisch, teils systematisch angelegten Vorlesungen zusammen.
Das Buch bietet eine fachübergreifende, studentenorientierte Einführung in den Fragenkreis der Normativität und führt damit die weitgehend unverbundenen Fachdiskurse von Historikern, Juristen, Theologen und Philosophen zusammen. Dabei wollen die hier versammelten dreizehn Vorlesungen auch einem nicht mit den Untiefen der jeweiligen Fachdiskussionen vertrauten Leser einen Überblick über die Kernprobleme der gegenwärtigen Debatten vermitteln. Die Beiträge sind in einen historisch-deskriptiven sowie einen systematischen, normativ angelegten Teil gegliedert. Die ersten acht Vorlesungen beschäftigen sich mit der Genese von Normativität. Im historischen Zugriff behandeln sie die spezifischen Normativitätsvorstellungen vergangener Epochen, vom alten Israel über das europäische und islamische Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Im zweiten Teil geht es in fünf Vorlesungen aus systematischer Perspektive um die Begründung bzw. Geltung von rechtlichen und moralischen Geboten sowie theologischen Glaubenssätzen unter den Bedingungen moderner Gesellschaften.
Inhaltsübersicht
Ulrich Berges: Göttliches Gesetz und göttliche Gewalt – Gerd Althoff: Rechtsgewohnheiten und Spielregeln der Politik im Mittelalter – Wolfgang Kaiser: Zur Normativität des römischen Rechts im frühen Mittelalter: Ein Brief des Papstes Johannes VIII. an König Ludwig III. – Sita Steckel: Häresie – Kirchliche Normbegründung im Mittelalter zwischen Recht und Religion – Peter Oestmann: Rechtsvielfalt – Nils Jansen: Dogmatisierungsprozesse in Recht und Religion – Thomas Bauer: Normative Ambiguitätstoleranz im Islam – Joachim Rückert: Abwägung – die juristische Karriere eines unjuristischen Begriffs oder: Normenstrenge und Abwägung im Funktionswandel – Thomas Gutmann: Säkularisierung und Normenbegründung – Ludwig Siep: Normenbegründung in der praktischen Philosophie – Christian Walter: Staat und Religionen – Matthias Casper: Normgeltung und Normumgehung: Vom Zinsverbot zum Islamic Finance – Perry Schmidt-Leukel: Theologische Normativität und Religiöser Pluralismus
Personen

Nils Jansen Studium der Rechtswissenschaften, Philosophie und Politik in Passau und Kiel; 1997 Promotion (Kiel); 1998 zweites juristisches Staatsexamen (München); 2002 Habilitation (Regensburg), Professur an der Universität Augsburg; 2003 Wechsel an die Universität Düsseldorf; seit 2006 Inhaber des Lehrstuhls für Römisches Recht und Privatrechtsgeschichte sowie Deutsches und Europäisches Privatrecht an der Universität Münster; seit 2007 Hauptantragsteller, seit 2019 Sprecher des Exzellenzclusters Religion und Politik.

Peter Oestmann ist Direktor des Instituts für Rechtsgeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Staat und Wirtschaft in Hessen — 2011, 312
In: H-Soz-u-Kult — http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2012–1-112 (02/2012) (Felix Grollmann)
In: Zeitschr. f. Evang. Kirchenrecht — 2014, 223–224 (Jens Reisgies)
In: Annali dell'Istituto storico italo-germanico in Trento — 38 (2012), S. 105–107 (Émilie Delivré)