Gottes Nähe unmittelbar erfahren 978-3-16-149211-2 - Mohr Siebeck
Theologie

Gottes Nähe unmittelbar erfahren

Mystik im Mittelalter und bei Martin Luther
Hrsg. v. Berndt Hamm u. Volker Leppin, unter Mitarb. v. Heidrun Munzert

99,00 €
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Leinen
ISBN 978-3-16-149211-2
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Thema des Bandes ist die abendländische Mystik in ihrer Veränderungsdynamik vom 12. bis zum 16. Jahrhundert. Vor allem wird die popularisierende Entgrenzung der Mystik im ausgehenden Mittelalter und ihre evangelische Umprägung durch Luther dargestellt. Damit wird auch die Frage »Was heißt eigentlich Mystik?"diskutiert.
Thema dieses Tagungsbandes ist die abendländische Mystik in ihrer Veränderungsdynamik vom 12. bis 16. Jahrhundert. Sie wird als Fortschreibung von Traditionen und Grundkonzeptionen, zugleich aber auch als eine Abfolge von Brechungen und Neukonfigurationen dargestellt. Den ersten Schwerpunkt bildet das ausgehende Mittelalter, das nicht als Zeitalter einer verblühenden, sondern einer sehr lebenskräftigen Mystik verstanden wird. Der Bogen spannt sich vom späten 14. Jahrhundert (»Theologia deutsch«) bis zum frühen 16. Jahrhundert (Johannes von Staupitz). Im Blick ist sowohl die popularisierte Mystik in der bürgerlichen Alltagswelt der Devotio moderna als auch das Profil einer Mystik klausurierter Nonnen. Der zweite Schwerpunkt liegt bei Martin Luther. Aus verschiedenen Perspektiven wird die Auffassung vertreten, dass die Gesamtkonzeption der reformatorischen Theologie Luthers mystischen Charakter habe und dass die Genese dieser Theologie als Ausbildung einer neuen Gestalt von Mystik zu beschreiben sei. Luther gewinnt so seinen Platz in einer Tradition wiederholter frappierender Neuaufbrüche und Transformationen von Mystik. Wie der Titel des Bandes signalisiert, verstehen die Herausgeber ihn nicht zuletzt als Beitrag zu einer Klärung des umstrittenen Mystik-Begriffs.
Inhaltsübersicht
Andreas Zecherle: Die »Theologia Deutsch«. Ein spätmittelalterlicher mystischer Traktat – Christoph Burger: Mystische Vereinigung – erst im Himmel oder schon auf Erden? Das Doppelgesicht der geistlichen Literatur im 15. Jahrhundert – Berndt Hamm: »Gott berühren«: Mystische Erfahrung im ausgehenden Mittelalter. Zugleich ein Beitrag zur Klärung des Mystikbegriffs – Barbara Steinke: »Den Bräutigam nehmt euch und habt ihn und verlasst ihn nicht, denn er verlässt euch nicht.« Zur Moral der Mystik im Nürnberger Katharinenkloster während des 15. Jahrhunderts – Volker Leppin: Transformationen spätmittelalterlicher Mystik bei Luther – Sven Grosse: Der junge Luther und die Mystik. Ein Beitrag zur Frage nach dem Werden der reformatorischen Theologie – Berndt Hamm: Wie mystisch war der Glaube Luthers? – Heidrun Munzert: Unio mystica versus Teufelsbuhlschaft. Überlegungen zur Vergleichbarkeit von mystischer Erfahrung und Hexenvorstellung am Beispiel von Gertrud von Helfta und Else Rodamer.
Personen

Berndt Hamm Geboren 1945; Studium der Ev. Theologie in Heidelberg und Tübingen; 1975 Promotion; 1981 Habilitation; 1984–2011 Professor für Neuere Kirchengeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg, seit 2011 im Ruhestand.

Volker Leppin Geboren 1966; Studium der Ev. Theologie und Germanistik; 1994 Promotion; 1997 Habilitation; seit 2010 Lehrstuhl für Kirchengeschichte an der Universität Tübingen; seit 2012 o. Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.
https://orcid.org/0000-0001-8561-1086

Heidrun Munzert Keine aktuellen Daten verfügbar.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Luther — 2008, Heft 1, S. 57–58 (Michael Basse)
In: Protestantesimo — 63 (2008), S. 186–188 (Lothar Vogel)
In: Nederlands Dagblad — 18. Mai 2007, S. 4 (Herman J. Selderhuis)
In: Archiv für Reformationsgeschichte — 36 (2007), S. 17 (Ocker)
In: Journal of Reformed Theology — 2 (2008), S. 92–93 (Robert Kolb)
In: Lutheran Quarterly — 22 (2008), S. 245–247 (Carter Lindberg)
In: Arbeitskreis f.Evangelikale Theologie — 22 (2008), S. 325–330 (Klaus vom Orde)
In: Arbitrium — 28 (2010), S. 278–279 (Alois Maria Haas)
In: Theologie und Glaube — 101 (2011), S. 161–162 (Gotthard Fuchs)
In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht — 60 (2009), S. 240–258 (Heinz Schilling)