Theologie

Hanna Stettler

Heiligung bei Paulus

Ein Beitrag aus biblisch-theologischer Sicht

Nachdem die Kategorie der »Heiligung« lange Zeit zugunsten der »Rechtfertigung aus Glauben« völlig in den Hintergrund getreten war, hat sich in letzter Zeit die Erkenntnis durchgesetzt, dass es sich um einen zentralen Begriff des Christentums handelt. Was bedeutet es, vor Gott »heilig« zu sein? Hanna Stettler untersucht die Paulusbriefe vor dem Hintergrund von Altem Testament, Judentum und Jesustradition.

Diese Arbeit wurde mit dem mit dem Johann-Tobias-Beck-Preis zur Förderung schriftgemäßer theologischer Literatur 2016 ausgezeichnet.
Hat Paulus die Heiligung der Gemeinde aus Juden- und Heidenchristen als Ziel seiner Mission verstanden? Hanna Stettler analysiert alle paulinischen Aussagen zum Thema Heiligung sowie die traditionsgeschichtlichen Vorgaben des Paulus im alttestamentlich-jüdischen Schrifttum und der Jesustradition. Anders als die lutherische Orthodoxie ging Paulus nicht davon aus, dass das Werk des Menschen in der Heiligung mit der Rechtfertigung durch Gott allein aus Glauben in Konkurrenz treten könnte. Indikativ und Imperativ sind auch nicht im Sinne einer »Paradoxie« aufeinander bezogen, sondern der Imperativ beschreibt das neue Leben, zu dem der Indikativ – nämlich die Neuschöpfung durch den Sühnetod Christi und die damit verbundene Gabe des Geistes – ermächtigt. Es ist gerade Gottes Werk, dass er die Christen zum Werk befähigt. Nur so hat die Freiheit vom Gesetz nicht die Beliebigkeit der Ethik zur Folge, sondern stellt in den Dienst der Liebe, durch welche das Gesetz erfüllt wird.

Diese Arbeit wurde mit dem mit dem Johann-Tobias-Beck-Preis zur Förderung schriftgemäßer theologischer Literatur 2016 ausgezeichnet.
Personen

Hanna Stettler Geboren 1964; Studium der ev. Theologie in Paris, München, Tübingen, Aberdeen und Erlangen; Vikariat in Sitterdorf (Schweiz); 1992 Ordination; 1997 Promotion; 2004–06 Assistentin für Neues Testament in Zürich; seit 2007 Pfarrerin in Gächlingen bei Schaffhausen (Schweiz); 2008 Habilitation; seither Privatdozentin für Neues Testament in Tübingen.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Revue d'histoire et de Philosophie Religieuses — 95 (2015), S. 391–392 (Ch. Grappe)
In: Theologische Literaturzeitung — 140 (2015), S. 499–501 (Eckart David Schmidt)
In: Theologisches Gespräch — 39 (2015), S. 209–212 (Holger Rohde)
In: Theologische Beiträge — 46 (2015), S. 259–260 (Armin D. Baum)
In: Jahrbuch f.Liturgik u.Hymnologie — 2017, S. 102 (Helmut Schwier)
In: Europ. Journal of Theology — 26 (2017), S. 187–189 (Christoph Stenschke)