Leiblichkeit 978-3-8252-5038-6 - Mohr Siebeck
Sozial-/Kulturwissenschaften

Leiblichkeit

Geschichte und Aktualität eines Konzepts
Hrsg. v. Emmanuel Alloa, Thomas Bedorf, Christian Grüny u. Tobias N. Klass

2., verbesserte und erweiterte Auflage 2019. IX, 472 Seiten.
24,99 €
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ISBN 978-3-8252-5038-6
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»Zur Orientierung in einem gerade wegen der noch jungen Geschichte und der Aktualität des Leibkonzepts unübersichtlichen Terrain ist dieser Band sehr geeignet.«
Ralf Becker in Zeitschrift für Kulturphilosophie 7 (2013), S. 214–215
Der Körper hat Konjunktur. Als ausgestellter, verfüg- und verführbarer begegnet er uns täglich im Übermaß. Es war nur eine Frage der Zeit, bis im Spiel der sich in den Wissenschaften einander ablösenden turns auch ein corporeal (oder body) turn ausgerufen würde. Dabei bleibt im genannten turn der Gegenstand der Untersuchung nicht selten reduziert auf das, was man im deutschen Sprachgebrauch »Körper« nennt: ein physisches Substrat, das wie ein Ding unter Dingen beschreibbar ist. Gegen diese Verkürzung stellt der Begriff des »Leibes«, spätestens seit Edmund Husserl, eine präzise theoretische Intervention in die wissenschaftliche und philosophische Diskussion um Körper und Körperlichkeit dar: Dem objektiv beobachtbaren Körper, den wir haben, wird der lebendige Leib, der wir sind, gegenüber gestellt. Diesem »Leib«, seiner Geschichte, seinen Varianten und seinem Versprechen gehen die Autoren der vorliegenden Beiträge nach.
Inhaltsübersicht
Emmanuel Alloa/Thomas Bedorf/Christian Grüny/Tobias Nikolaus Klass: Einleitung

I. Der Leibbegriff in der Phänomenologie
Emmanuel Alloa / Natalie Depraz: Edmund Husserl – „Ein merkwürdig unvollkommen konstituiertes Ding“ – Stefan Kristensen: Maurice Merleau-Ponty I – Körperschema und leibliche Subjektivität – Emmanuel Alloa: Maurice Merleau-Ponty II – Fleisch und Differenz – David Espinet: Martin Heidegger – Der leibliche Sinn von Sein – Thomas Bedorf: Emmanuel Levinas – Der Leib des Anderen – Karel Novotný: Körper, Leib, Affektivität in Jan Patočkas Phänomenologie der natürlichen Welt – Julia Scheidegger: Michel Henry – Transzendentale Leiblichkeit – Jörg Sternagel: Bernhard Waldenfels – Responsivität des Leibes – Kerstin Andermann: Hermann Schmitz – Leiblichkeit als kommunikatives Selbst- und Weltverhältnis

II. Zur Geschichte des Leibbegriffs
Emmanuel Alloa: Archaische Leiblichkeit. Die griechische Antike und die Entdeckung des Körpers – Theresia Heimerl: Der Leib Christi und der Körper des Christen: Körper und Leib als zentrale Problemzonen des Christentums – Marc Rölli: Philosophische Anthropologie im 19. Jahrhundert – Zwischen Leib und Körper – Tobias Nikolaus Klass: Friedrich Nietzsche – Denken am „Leitfaden des Leibes“ – Andreas Cremonini: Sigmund Freud – Der gelebte vs. der phantasmatische Leib – Uta Noppeney: Kurt Goldstein und Frederik Buytendijk – Der Leib-Begriff in der organismischen Biologie – Volker Schürmann: Max Scheler und Helmuth Plessner – Leiblichkeit in der Philosophischen Anthropologie – Marion Lauschke: Ernst Cassirer und Aby Warburg – Kulturanthropologie

III. Grenzen und Kritik des Leibbegriffs
Christian Grüny: Theodor W. Adorno – Soma und Sensorium – Ulrich Johannes Schneider: Michel Foucault – Der Körper und die Körper – Burkhard Liebsch: Paul Ricoeur – Das leibliche Selbst begegnet dem Widerstand des Anderen – Mirjam Schaub: Gilles Deleuze – Was weiß ein „Körper ohne Organe“ vom Leib? – Kathrin Busch: Jean-Luc Nancy – Exposition und Berührung – Shaun Gallagher: Embodiment: Leiblichkeit in den Kognitionswissenschaften – Marie-Luise Angerer: Gender und Performance – Ist leibliche Identität ein Konstrukt? – Thomas Bedorf/Selin Gerlek: Praxistheorien – Leibkörperliche Praktiken im Vollzug
Personen

Emmanuel Alloa Geboren 1980; Studium der Philosophie, Geschichte, Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft in Freiburg, Padua, Berlin und Paris; 2009 Promotion; ab 2012 Assistenzprofessor und seit 2016 Research Leader an der Universität St. Gallen.

Thomas Bedorf ist Professor für Praktische Philosophie an der FernUniversität in Hagen.

Christian Grüny Geboren 1969; Studium der Philosophie und Linguistik in Bochum, Prag und Berlin; 2003 Promotion; seit 2008 Juniorprofessor für Philosophie an der Universität Witten/Herdecke; 2011 Habilitation; 2011 Gastprofessur an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Tobias Nikolaus Klass Geboren 1965; Studium der Philosophie, Literaturwissenschaft und Erziehungswissenschaft in Berlin, Hamburg, Paris und Berkeley; 2000 Promotion; Junior-Professor am Philosophischen Seminar der Bergischen Universität Wuppertal.

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