Marias Lied in Luthers Deutung 978-3-16-158548-7 - Mohr Siebeck
Theologie

Christoph Burger

Marias Lied in Luthers Deutung

Der Kommentar zum Magnifikat (Lk 1, 46b-55) aus den Jahren 1520/21

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ISBN 978-3-16-158548-7
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Christoph Burger erschließt Aufbau und Inhalt von Luthers Übersetzung und Deutung des Magnifikat als ein Beispiel der Bemühungen spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Theologen, für einen breiteren Leserkreis in der Volkssprache zu schreiben. Luther legt den Akzent darauf, daß Marias Lobgesang preist, wie Gott Niedrige rettend ansieht. Hochmütige dagegen verweigern Gott Glauben und Lob.
Martin Luthers Übersetzung und Deutung des Magnifikat ist ein hervorragendes Beispiel der Bemühungen von spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Theologen, Ergebnisse der akademischen Arbeit für ein breiteres Publikum darzustellen. Im Vergleich mit Auslegungen von Lukas 1 bei Müntzer und Zwingli arbeitet Christoph Burger die Akzentsetzung Luthers deutlich heraus. Für Luther steht im Zentrum von Marias Lobgesang die Polemik gegen menschlichen Selbstruhm, vor dem ja auch Jeremia 9, 23 und 24 (Zählung der Vulgata) warnt. Maria legt in ihrem Lobgesang auf vorbildliche Weise Zeugnis dafür ab, wie Gott als der Allerhöchste wirkungsvoll 'in die Tiefe' sehe und erhöhe. Maria spricht über Gottes Handeln an ihr selbst (Lk 1, 46b-49), über seine Art, zugunsten der Niedrigen gegen Hochmütige, Mächtige und Reiche zu wirken (Lk 1, 50–53), und darüber, daß er dasjenige Volk Israel, das ihm wirklich dient, annehme (Lk 1, 54–55). Gottes Wirken mit seiner 'rechten Hand' sehe freilich nur, wer Gott vertraue. Wer sich hochmütig selbst zuschreibt, was Gottes Gabe ist, verweigert Gott Glauben und Lob. Maria gilt es nicht als eine vorbildlich Demütige es zu ehren, sondern als Beispiel für die Zuwendung Gottes zu einem unansehnlichen Menschen. Als Fürstenspiegel gelesen, prägt das Magnifikat die Bedeutung der Ehrfurcht vor Gott ein.
Personen

Christoph Burger Geboren 1945; Studium in Heidelberg, Mainz, Tübingen; 1971 Promotion; Studenten- und Gemeindepfarrer; 1985 Habilitation; 1990–2010 Professor für Kirchengeschichte an der Vrije Universiteit Amsterdam; 2010 emeritiert.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Luther — 81 (2010), S. 44–45 (Gury Schneider-Ludorff)
In: Lutheran Quarterly — 22 (2008), S. 123–124 (Beth Kreitzer)
In: Theologische Literaturzeitung — 132 (2007), S. 1089–1091 (Volker Leppin)
In: Archiv für Reformationsgeschichte — 36 (2007), S. 20–21 (Kaufmann)
In: Reformatorisch Dagblad — 8. August 2007 (Herman J. Selderhuis)
In: Revue d'histoire et de Philosophie Religieuses — 88 (2008), S. 543 (M. Arnold)
In: Archivo Teologico Granadino — 70 (2007), S. 265–266
In: Theologische Revue — 105 (2009), S. 205–207 (Heinrich Petri)
In: Theologische Rundschau — 74 (2009), S. 235–238 (Martin Ohst)
In: Arbitrium — 2008, Heft 3, S. 292–295 (Christoph Bultmann)
In: Theologische Revue — 113 (2017), S. 91–112 (Markus Wriedt)