Wirtschaftswissenschaft

Werner Steden

Ordinale Wohlfahrtstheorie und staatliche Verteilungspolitik

2006. XII, 314 Seiten.
69,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-149065-1
lieferbar
Wie können individuelle Verteilungspräferenzen der Bürger zu einer gesamtwirtschaftlichen Verteilungspräferenz zusammengefaßt werden, um daraus Empfehlungen für die staatliche Verteilungspolitik abzuleiten? Werner Steden zeigt basierend auf der Theorie pareto-optimaler Umverteilung und mit Hilfe des Alternativnutzen-Konzepts, wie der staatliche Verteilungskonflikt pragmatisch gelöst werden kann.
Werner Steden untersucht die verteilungspolitisch ausgerichteten Überlegungen der Wirtschaftstheorie. Im ersten Teil befaßt er sich mit der formalen Gestalt, in der sich die individuellen Verteilungspräferenzen in ihrer eigennützigen und individualethisch motivierten Ausrichtung präferenztheoretisch niederschlagen. Mit Hilfe der Theorie pareto-optimaler Umverteilung zeigt er, daß der durch diese individuellen Verteilungspräferenzen gesteuerte, rein private Transferprozeß tendenziell das Erreichen eines pareto-optimalen Verteilungszustandes unter den Bürgern auslöst, einen solchen Zustand aber wahrscheinlich nicht vollständig erreicht. Außerdem gibt es meist mehrere derartige Pareto-Optima. Als nächstes muß gezeigt werden, daß sich stets eines aus der Menge aller distributiven Pareto-Optima als allen anderen eindeutig überlegen erweist. Dazu bedient sich der Autor des Alternativnutzen-Konzepts und mißt die aus einer Umverteilung resultierenden distributiven Präferenzeinbußen. Auf diese Präferenzeinbußen wendet er das Prinzip der gesamtgesellschaftlichen Opferminimierung an. Das Optimierungskalkül zielt also auf eine gesamtopferminimale Lösung des Verteilungskonflikts. Im Vergleich zu den Gerechtigkeitsvorstellungen der streng normativ argumentierenden Ethik kennzeichnet die gesamtopferminimale Verteilungslösung ein eher pragmatisches Ideal. Sie liefert bessere Hinweise für die Ausgestaltung der staatlichen Umverteilungspolitik als die genannten Vergleichskonzepte. Die Lösung führt der Autor für eine modellierte n-Personen-Gesellschaft ohne bzw. mit Produktion vor. Ein einfaches Demokratie-Modell deutet im letzten Schritt auf gewisse Tendenzen zum Erreichen der Lösung im kollektiven Willensbildungsprozeß.
Personen

Werner Steden Geboren 1936; Studium der VWL in München; 1967 Promotion; 1975 Habilitation; Professor emeritus am Institut für öffentliche Finanzen und Sozialpolitik der FU Berlin.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Allg.Ministerialbl.d.Bay.Staatsreg. — 2007, 230 (Ellen Scherbel)
In: Ex libris — 2007/08, Nr. 93, 19