Plutarchs Denken in Bildern 978-3-16-158646-0 - Mohr Siebeck
Religionswissenschaft

Rainer Hirsch-Luipold

Plutarchs Denken in Bildern

Studien zur literarischen, philosophischen und religiösen Funktion des Bildhaften

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ISBN 978-3-16-158646-0
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Rainer Hirsch-Luipold interpretiert die zahlreichen Bilder in Plutarchs Schriften literarisch und philosophisch. Das Bildhafte umfaßt für den Philosophen und Priester Plutarch unterschiedliche Phänomene in Kunst, Literatur und Religion und weist auf den Abbildcharakter der gesamten sichtbaren Welt hin.
Denken in Bildern? Hatte die überwältigende Fülle von Bildern, von Vergleichen und Gleichnissen aus allen Bereichen des antiken Wissens, noch bis ins 18. Jahrhundert zur Beliebtheit von Plutarchs Schriften beigetragen, so galt sie seit der Aufklärung eher als Zeichen mangelnder Seriosität und gedanklicher Stringenz. Rainer Hirsch-Luipold zeigt demgegenüber, wie Plutarch Bilder und Bildfelder als Teil einer besonderen philosophischen Darstellungsform begreift. Die umfassende Struktur des Bildhaften wird aus seiner Verwendung des griechischen Begriffs eikon deutlich. Unter diesem Begriff verbindet der Mittelplatoniker und delphische Priester Phänomene der darstellenden Kunst (Statue, Gemälde, Siegelabdruck etc.) und der Sprache (Gleichnis, Allegorie, Metapher, Rätselwort etc.) mit einer philosophischen Sicht der Welt als Abbild und Widerschein einer höheren göttlichen Realität.
Neben Untersuchungen zur Rezeption von darstellender Kunst und zur Terminologie bildhafter Sprache bietet die Arbeit ausführliche literarische und philosophische Interpretationen der Bildersprache ausgewählter Schriften. Rainer Hirsch-Luipold interpretiert die Bilder als Teil der philosophischen Gedankenführung, eröffnet so den Blick auf die philosophische und religionsgeschichtliche Bedeutung Plutarchs und führt zugleich ein Instrument zur Analyse des Aufbaus und der Struktur seiner Schriften vor. Aufgrund ihrer religiösen Färbung wird die Bildersprache Plutarchs zudem als pagane Parallele zur gleichzeitig entstehenden Gleichnissprache des Neuen Testaments interessant.
Personen

Rainer Hirsch-Luipold Born 1967; studies in Protestant Theology and Greek Philology; since 2011 Professor of New Testament and History of Ancient Religion, University of Bern; since 2015 also Extraordinary Professor in the Department of Ancient Studies, Stellenbosch University.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Anzeiger f.d.Altertumswissenschaft — Bd.56 (2003), H.3/4, Sp.193f
In: Dialogo Filosofico — Jg.19 (2003), H.1, S. 117
In: Classical Review — Vol.54 (2004), H.1, S.52f (Christian Kaesser)
In: Journal of Hellenic Studies — Vol.125 (2005), S.191f (Alexei Zadorojnyi)
In: Polifemo — Jg.5 (2005), S.28ff
In: Ploutarchos — Vol.1 (2003/04), S.134ff (Alicia Morales Ortiz)
In: Biblische Zeitschrift — Jg.49 (2005), H.1, S.152ff (Hans-Josef Klauck)
In: Gnomon — Bd.76 (2004), H.8, S.702ff (Heinz G. Ingenkamp)
In: New Testament Abstracts — Vol.47 (2003), H.1, S. 194f