Religionsgeschichten 978-3-16-149313-3 - Mohr Siebeck
Religionswissenschaft

Hubert Cancik

Religionsgeschichten

Römer, Juden und Christen im römischen Reich. Gesammelte Aufsätze II
Hrsg. v. Hildegard Cancik-Lindemaier

2008. VIII, 406 Seiten.
129,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-149313-3
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In den hier gesammelten Versuchen und Vorarbeiten skizziert Hubert Cancik die Struktur der römischen Religion und erzählt ihre Geschichten. Er beobachtet die kultische Praxis und erklärt ihre Selbstreflexion, die eigene und die Kritik der anderen, der Griechen, Juden, Christianer.
In den hier gesammelten Versuchen und Vorarbeiten skizziert Hubert Cancik die Struktur der römischen Religion und erzählt ihre Geschichten. Er beobachtet die kultische Praxis und erklärt ihre Selbstreflexion, die eigene und die Kritik der anderen, der Griechen, Juden, Christianer. Das räumliche Zentrum dieser Religion und dieser Essays ist die Stadt Rom und die stadtrömische Religionsgeschichte: Denn diese Stadt ist das »Haupt«, der »Tempel«, der »Verschnitt« der Oekumene. Die Religionsgeschichte der Stadt Rom führt aber eben deshalb immer auf die Religionsgeschichte eines Imperium, das keine Grenze hat in Raum oder Zeit (Vergil). Der zeitliche Schwerpunkt der Aufsätze liegt in der klassischen Epoche, der Kaiserzeit und der Spätantike. Hier zeigt sich die Interaktion der römischen mit der griechischen, jüdischen und christlichen Religion in hervorragenden Texten (Markus, Tacitus, Flavius Josephus, Lukas, Lukian, Apuleius, Augustin). Alle Religionen dieser Epoche entwickeln oder verstärken universalistische Tendenzen. Auf der Grundlage früher und kontinuierlicher italisch-griechischer Kulturkontakte konvergieren unter dem nivellierenden Druck des Imperium die Religionen des Mittelmeerraumes. Es entsteht ein multireligiöses System, das als 'Reichsreligion' verstanden werden kann. Das interreligiöse Gespräch war auch in der Antike selten und schwierig. Fremde Bilder und Riten können Angst auslösen oder transportieren; Vermeidung der anderen Religion ist leichter als ihre Wahrnehmung. Repression, Entsakralisierung, Ästhetisierung sind Folgen dieser Konflikte. Die Geistesgeschichte der römischen Religion interpretiert die »mythische Theologie« der Dichter, die geschichtlichen und philosophischen Reflexionen auf Religion, die Anfänge von Religionsgeschichtsschreibung und Religionswissenschaft.
Inhaltsübersicht
II,1 Historisierung von Religion
Kultur-, Religions-, Institutionsgeschichte in der antiken Geschichtsschreibung. Philologische Bemerkungen zum lukanischen Geschichtswerk – Historisierung von – Religion, Religionsgeschichtsschreibung in der Antike (Varro – Tacitus – Walahfrid Strabo) Religionsgeschichtsschreibung bei Tacitus. Zur Darstellung der germanischen und jüdischen Religion in Tacitus' Germania und Historiae – Geschichtsschreibung und Priestertum. Zum Vergleich von orientalischer und hellenischer Geschichtsschreibung bei Flavius Josephus, contra Apionem, Buch I – Die Funktion der jüdischen Bibel für die Geschichtsschreibung der Christen in der Antike – Die Gattung Evangelium. Das Evangelium des Markus im Rahmen der antiken Historiogra¬phie – Bios und Logos. Formengeschichtliche Untersuchungen zu Lukians `Demonax' – Die Berufung des Johannes. Prophetische Tradition des Alten in der Geschichtsschreibung des Neuen Testaments – The 'Pre-Existent-Form' (Präexistenz-Form) of Christianity. Philological Observations Concerning Nietzsche's Construction of the History of Ancient Religions

II,2 Fremde Religionen, Repression, Transformation
Theokratie und Priesterherrschaft. Die mosaische Verfassung bei Flavius Josephus, contra Apionem 2,157–198 – Fremde Bilder. Kult und Kunst im Talmud-Traktat Abodah Zarah – Wahrnehmung, Vermeidung, Entheiligung, Aneignung. Religionen bei Tertullian, im Talmud (AZ) und bei Eusebios – Gnostiker in Rom. Zur Religionsgeschichte der Stadt Rom im 2.Jh. n.Chr. – Christus Imperator. Zum Gebrauch militärischer Titulaturen im römischen Herrscherkult und im Christentum – »Jeder Provinz ihre Gottheit«. Provinz- und Reichsreligion bei Tertullian (um 200 n.Chr.) – Augustin als constantinischer Theologe – Zur Entstehung der christlichen Sexualmoral – Nutzen, Schmuck und Aberglaube. Ende und Wandlungen der römischen Religion im 4. und 5. Jahrhundert – Occulte adhuc colunt. Repression und Metamorphose der römischen Religion in der Spätan¬tike – Die Romanisierung des antiken Christentums. Zur Entstehung des römischen Katholizismus
Personen

Hubert Cancik ist Professor emeritus für klassische Philologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.

Hildegard Cancik-Lindemaier Keine aktuellen Daten verfügbar.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: International Review of Biblical Studies — 54 (2007/08), S. 1730
In: New Testament Abstracts — 52 (2008), S. 620
In: Studien zum NT und seiner Umwelt — 33 (2008), S. 279 (A. Fuchs)
In: Les Études Classiques — 78 (2011), S. 254–255 (Corinne Bonnet)
In: Neue Zürcher Zeitung — 29. Oktober 2008, S. 43 (Stefan Rebenich)
In: Journal of Ancient Judaism — 1 (2010), S. 250–251