Tage der Revolution – Feste der Nation 978-3-16-150629-1 - Mohr Siebeck
Geschichtswissenschaft

Tage der Revolution – Feste der Nation

Hrsg. v. Rolf Gröschner u. Wolfgang Reinhard

2010. VIII, 297 Seiten.

POLITIKA 3

49,00 €
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fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-150629-1
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Feiertage müssen keine Festtage sein. Als »Tag des Erinnerns« kann der 9. November aber Gedenktag des Judenpogroms 1938 und Feiertag der Freiheitsrevolution 1989 sein.
Zwischen den »Tagen der Revolution« und den »Festen der Nation« steht im Titel des Bandes ein Gedankenstrich. Als Zeichen für den Zusammenhang der vierzehn versammelten Beiträge verbindet er revolutionsgeschichtliche und revolutionstheoretische Fragestellungen mit Fragen und Fragwürdigkeiten nationaler Fest- und/oder Feiertage. Der Horizont der betreffenden Gedankenverbindung spannt sich von der griechisch-römischen Antike über das Mittelalter, die Reformation und die Revolutionen in Amerika, Frankreich und Deutschland bis hin zum »Fest der Freiheit«, das die Staats- und Regierungschefs der Welt zum zwanzigsten Jahrestag der Maueröffnung 2009 in Berlin zelebrierten. Die Weite dieses Horizonts erhellt nicht nur den interdisziplinären Anspruch des Bandes, sondern auch den politischen Appell an dessen Ende: den 9. November durch einen »Tag des Erinnerns« im kollektiven Gedächtnis der Deutschen besser als bisher zu würdigen: als Gedenktag des Judenpogroms 1938 und Feiertag der Freiheitsrevolution 1989.
Inhaltsübersicht
Wolfgang Spickermann: Neue Könige – neue Feste. Die Einführung von Festtagen für hellenistische Herrscher in der griechischen Polis – Jörg Rüpke: »Königsflucht« und Tyrannenvertreibung. Zur Historisierung des Regifugium in augusteischer Zeit – Michael Borgolte: Revolutionsgedenken. Zur Sakralisierung profaner Ereignisse zwischen Mittelalter und Moderne – Volker Leppin: 31. Oktober 1517. Der symbolische Anfang der Reformation und die lutherische Festkultur – Werner Heun: Der 4. Juli 1776. Die Vergegenwärtigung der Revolution in der Erinnerungskultur der USA – Oliver W. Lembcke: 14. Juli 1789: Erfindung der Revolution – Ludwig Siep: Das Recht der Revolution, Kant Fichte und Hegel über 1789 und die Folgen – Horst Dreier: Die deutsche Revolution 1918/19 als Festtag der Nation? Von der (Un-)Möglichkeit eines republikanischen Feiertages in der Weimarer Republik – Heino Falcke: Die Herbstrevolution und der Beitrittsprozeß – Ehrhart Neubert: Die Sprache in der Revolution 1989 – Michael Kilian: Staatsrecht und Staatssymbolik zwischen 9. November 1989 und 3. Oktober 1990 – Gert G. Wagner: Die verschwiegene Revolution der Volkswirtschaft in den Neuen Bundesländern – Wolfgang Reinhard: Die wünschenswerte Ambivalenz historischer Nationalfeiertage – Rolf Gröschner: Der 9. November als Feiertag einer Freiheitsrevolution.
Personen

Rolf Gröschner ist Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Universität Jena; 2009/2010 Fellow am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien in Erfurt; seit 2013 emeritiert.

Wolfgang Reinhard Geboren 1937; Studium der Geschichte, Anglistik und Geographie in Freiburg und Heidelberg; 1963 Promotion; 1973 Habilitation; 1977–1990 Professor für neuere Geschichte in Augsburg, 1990–2002 in Freiburg; 2001 Preis des Historischen Kollegs; 2005–2010 Fellow am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien in Erfurt.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Staat und Wirtschaft in Hessen — 2011, letzte Seite
In: Juristenzeitung — 2011, Heft 12, 375 (Nur Inhaltsangabe)
In: Portal für Politikwiss. pw-portal.de — http://www.pw-portal.de (04/2011) (Markus Lang)
In: Uni-Journal Jena — 2011, Heft 2, 25 (Axel Burchardt)
In: Revue Hellenique des Droits de l'homme — 2013, Nr. 58, 623–624