Talmudische Tradition und moderne Rechtstheorie 978-3-16-152245-1 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Talmudische Tradition und moderne Rechtstheorie

Kontexte und Perspektiven einer Begegnung
Hrsg. v. Karl-Heinz-Ladeur u. Ino Augsberg

2013. XI, 243 Seiten.
59,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-152245-1
lieferbar
Die jüdische Rechtstradition ist in der deutschen Jurisprudenz bislang kaum ein Forschungsthema. Dabei bildet diese Tradition ein faszinierendes Untersuchungsfeld nicht allein für den Rechtsvergleich, sondern auch für eine moderne, an Prozessen der Pluralisierung und Transnationalisierung des Rechts interessierte Rechtstheorie. In Anknüpfung an die US-amerikanische Debatte und im Austausch mit den Sichtweisen anderer Disziplinen, wie der Literaturwissenschaft, der Politischen Philosophie und der Judaistik, unternimmt es der Band, Bedingungen und Perspektiven eines Dialogs der Rechtskulturen auszuloten.
Die jüdische Rechtstradition ist in der deutschen Jurisprudenz bislang kaum ein Forschungsthema. Dabei bildet diese Tradition ein faszinierendes Untersuchungsfeld nicht allein für den Rechtsvergleich, sondern auch und gerade für eine moderne, an Prozessen der Pluralisierung und Transnationalisierung des Rechts interessierte Rechtstheorie. Die jüdische Rechtstradition besitzt kein institutionelles Fundament im Sinne eines eigenen, dem des modernen Staats vergleichbaren Justizapparats, sondern ist um einen Text und dessen immer neue, vielfältige Auslegung zentriert. Damit zeigt sie sich als Alternative zum klassisch-nationalstaatlich geprägten Rechtsmodell. In Anknüpfung an die lebhafte US-amerikanische Debatte, die hier erstmals in deutschsprachigen Beiträgen prominenter Experten auf diesem Gebiet zu Wort kommt, und im Austausch mit den Sichtweisen anderer Disziplinen, wie der Literaturwissenschaft, der Politischen Philosophie und der Judaistik, unternimmt es der Band, Bedingungen und Perspektiven eines Dialogs der Rechtskulturen auszuloten.
Inhaltsübersicht
I. Einleitung Karl-Heinz Ladeur/Ino Augsberg: Textuales Rechtsdenken. Zur Begegnung von talmudischer Tradition und moderner Rechtstheorie II. Kontexte der Begegnung Clemens Pornschlegel: Gesetzlose Gesetzgeber. Zum Begriff des christlichen Antijuridismus bei Legendre – Kenneth Reinhard: Die Politische Theologie des Nächsten und die Topologie des Eruv – Dominik Finkelde: Gesetzeskraft und Feindschaft – Theorien der politischen Eskalation als Einspruch zu einem »heterarchischen« und hierarchischen Rechtsverständnis – Katrin Trüstedt: Der Buchstabe und das Leben des Gesetzes in Shakespeares Kaufmann von Venedig – A. S. Bruckstein Çoruh: TASWIR, TALMUD, MNEMOSYNE. Schlitterlogik: Zur Umordnung der Dinge III. Jüdische Rechtstradition und moderne Rechtstheorie Steven Kepnes: Jüdisches Recht als Liturgie – Ronen Reichman: Aspekte des Entscheidungsfindungsprozesses im halachischen Diskurs – Suzanne Last Stone: Jüdisches Recht in der postmodernen Rechtstheorie – Thomas Vesting: »Zuhören ist Lesen mit dem Ohr«. Zur einmaligen Allianz von Schrift und Sprache im jüdischen Recht – Adam B. Seligman: Ambiguität und Notation: Jüdisches Recht und Rechtspluralismus – Chaim Saiman: Jüdisches Recht für die moderne Law School. Kritik und Ausblick
Personen

Karl-Heinz Ladeur ist Professor f. Öffentliches Recht an den Universitäten Bremen und Hamburg sowie am Europäischen Hochschulinstitut, Florenz.
https://orcid.org/0000-0002-9666-7779

Ino Augsberg ist Inhaber des Lehrstuhls für Rechtsphilosophie und Öffentliches Recht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Lo Stato — 2014, 255–262 (Francois-Xavier Licari)
In: Kritische Justiz — 2013, 464–467 (Justus von Daniels)