Vita perfecta? 978-3-16-160157-6 - Mohr Siebeck
Geschichtswissenschaft

Vita perfecta?

Zum Umgang mit divergierenden Ansprüchen an religiöse Lebensformen in der Vormoderne
Herausgegeben von Daniel Eder, Henrike Manuwald und Christian Schmidt

2021. Ca. 520 Seiten.
erscheint im September

Otium 24

ca. 90,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Festeinband
ISBN 978-3-16-160157-6
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Der vorliegende Band deckt Konstellationen divergierender Ansprüche an ein religiöses Leben im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit auf. Die Beiträge untersuchen das christliche Streben nach Vollkommenheit im Spannungsfeld von aktivem und kontemplativem, gemeinschaftlichem und solitärem Leben an einem breiten Spektrum diskursiver und erzählender Texte.
Mittelalterliche und frühneuzeitliche Entwürfe einer vita religiosa sind auf den Fluchtpunkt christlicher Vollkommenheit ausgerichtet, doch bringt das gemeinsame Ziel der perfectio keineswegs einheitliche, sondern hochgradig divergierende Ansprüche an ein religiöses Leben mit sich. Insbesondere dort, wo das Streben nach perfectio die Erfüllung voneinander abweichender oder widersprüchlicher Erwartungen verlangt, treten religiöse Normenkonkurrenzen und -konflikte ebenso zu Tage wie Strategien zu ihrer Bewältigung. Orientiert an Unterscheidungen wie der von vita activa und vita contemplativa deckt der vorliegende Band spannungsvolle Konstellationen divergierender Ansprüche an ein religiöses Leben in der Vormoderne auf. Neben Beiträgen aus Geschichtswissenschaft und Theologie setzt er einen literaturwissenschaftlichen Schwerpunkt und berücksichtigt ein breites Spektrum diskursiver und erzählender Textsorten.
Inhaltsübersicht
Daniel Eder/Henrike Manuwald/Christian Schmidt: Einleitung – Gert Melville: Erfolg und Scheitern der vita perfectionis. Klösterliche Virtuosen des Glaubens im Mittelalter auf dem Prüfstand ihres Gewissens – Christian Schmidt: vita mixta als vita perfecta? Lebensformdifferenz und Vollkommenheit in der Vita sancte Elyzabeth lantgravie (1236/37) des Caesarius von Heisterbach – Henrike Manuwald: Otium sanctum in einer vita mixta? Stand und Lebensform in De contemplatione et vita activa Heinrichs von Bitterfeld – Simone Kügeler-Race: »Entren þe wey of hy perfeccyon« – The Book of Margery Kempe (ca. 1440) als Erbauungslehre im Kontext christlicher Vervollkommnung – David Gabriel: Der diener als eine Figur der vita (non) perfecta? Über 'Vollkommenheit' und 'Lebensform' in der sog. 'Vita' Heinrich Seuses – Max Alsmann: »nach dem willen gocz«? Zum Verhältnis von vita communis und vita solitaria in den Offenbarungen der Margareta Ebner – Johannes Traulsen: Literatur und monastische Lebensform. Überlegungen zu ihrem Verhältnis am Beispiel des mitteldeutschen VäterbuchsBjörn Klaus Buschbeck: Ein vollkommenes Handwerk des Geistes? Gebet und Andacht als produktive Tätigkeiten im Alemannischen Marienmantel und bei Dominikus von Preußen – Daniela Bianca Hoffmann: Kartäusische Mönchsbischöfe im 12. Jahrhundert. Zu Diskursen über die Vereinbarkeit von Mönchs- und Bischofsideal im Hochmittelalter – Daniel Eder: Das Leben des Bischofs. Die Aushandlung von heiligmäßiger perfectio als narrative Herausforderung in den Legendentraditionen des Martin von Tours und Severin von Köln – Florian Ruf: Der heilige Josaphat und Siddhārtha Gautama. Getrennt und doch zusammen auf der Suche nach der Vervollkommnung des Lebens – Felix Prautzsch: Heiliger Herrscher und Anachoret. Die Aushandlung divergierender Ansprüche an ein religiöses Leben in Rudolfs von Ems Barlaam und JosaphatLinus Möllenbrink: Das Kloster als Ort intellektueller Vervollkommnung? Bursfelder und Windesheimer 'Klosterhumanisten' und ihr Studium zwischen vita activa und vita contemplativaCarola Redzich: Zur Rechtfertigung kriegerischer Existenz in Martin Luthers Schrift Ob kriegßleutte auch ynn seligem stande seyn künden
Personen

Daniel Eder Geboren 1982; Studium der Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und Musikwissenschaft; 2010–16 Wiss. Mitarbeiter an der Universität zu Köln; 2015 Promotion; seit 2016 Wiss. Mitarbeiter an der Georg-August-Universität Göttingen.

Henrike Manuwald Geboren 1980; Studium der Deutschen und Englischen Philologie und der Kunstgeschichte; 2006 Promotion; 2014 Habilitation; seit 2016 Professorin für Germanistische Mediävistik an der Georg-August-Universität Göttingen.

Christian Schmidt Geboren 1986; Studium der Germanistik und der Historischen Musikwissenschaft; 2013–17 Wiss. Mitarbeiter an der Universität Hamburg; 2017 Promotion; seit 2017 Wiss. Mitarbeiter an der Georg-August-Universität Göttingen und am Freiburger Sonderforschungsbereich 1015 »Muße«.

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