Zum Verhältnis von Staat und Kirche in der Spätantike 978-3-16-149819-0 - Mohr Siebeck
Theologie

Richard Klein

Zum Verhältnis von Staat und Kirche in der Spätantike

Studien zu politischen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen

2008. XI, 176 Seiten.

Tria Corda 3

19,00 €
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fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-149819-0
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Richard Klein behandelt in vier Fallstudien die Rolle der Kirche in der Spätantike, die nach und nach staatliche Aufgaben übernimmt. Er widmet sich dabei der staatlichen Dimension des Bischofsamtes, der Fürsorge Konstantins, dem sozialen Wirken der Kirche und der Sklaverei im Ausgang der Spätantike.
Als das Christentum eine religio licita geworden war und begann, die alte Religion zu verdrängen, übernahm die ehemals verfolgte Kirche im römischen Staat nach und nach verschiedene Aufgaben und profitierte, z.B. durch Erbschaften, davon. Welche Aufgaben sie nun in Politik, Wirtschaft und im sozialen Bereich übernahm, versucht Richard Klein anhand von vier Fallstudien darzustellen. In der ersten zeichnet er die Entwicklung des Bischofsamtes in seiner Bedeutung für die Gesellschaft nach. Die Bischöfe übernahmen dabei eine Vielzahl staatlicher Aufgaben und konnten im Gegenzug staatliche Dienstleistungen wie die Reise mit der Staatspost in Anspruch nehmen. In der zweiten Studie wird die Frage gestellt, ob die Sorge für die Bevölkerung durch pagane Freigebigkeit (man denke nur an »Brot und Spiele«) oder durch christliche Nächstenliebe motiviert war. Das Augenmerk liegt dabei auf der Person und Regierungszeit von Kaiser Konstantin. Wie vielgestaltig und unterschiedlich das soziale Wirken der Kirche in der Spätantike war, behandelt Richard Klein in der dritten Studie. Es beschränkte sich nicht auf die Versorgung der Armen, sondern reichte bis zur rechtsgültigen Freilassung von Sklaven innerhalb der Kirche. Den Abschluss bildet eine Fallstudie über Ennodius, den Bischof von Pavia. An seinem Werk wird deutlich, wie sich das Bild der Sklaverei und der Umgang mit Sklaven wandelten. Obwohl diese Instititution in der christlichen Spätantike und darüber hinaus existierte, ist der Stand der Sklaven doch deutlich aufgewertet worden. Ein Namen- und Sachregister sowie ein Stellenverzeichnis ergänzen die Monographie.
Inhaltsübersicht
Vorwort
I Zur staatlichen Dimension des Bischofsamtes seit Konstantin dem Großen
II Pagane liberalitas oder christliche caritas? – Konstantins Sorge für die Bevölkerung des Reiches
III Das soziale Wirken der Kirche in der Spätantike
IV Ennodius von Pavia und die Sklaverei Eine Fallstudie an der Wende vom Altertum zum Mittelalter
Stellenregister
Namen- und Sachregister
Personen

Richard Klein 1960–1998 Lehrer an verschiedenen Gymnasien; 1962 Promotion; 1977 Habilitation; 1983–2006 Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Journal of Ecclesiastical History — 60 (2009), S. 763–764 (Thomas Graumann)
In: Ecclesia — 99 (2008), S. 198–200 (H. Klink)
In: PV-aktuell (Nachrichten des Pfarrvereins Westf.) — 2009, Nr. 3, S. 3 (Karl-F. Wiggermann)
In: Biblische Notizen — 142 (2009), S. 138 (Michael Ernst)
In: Revue d'histoire et de Philosophie Religieuses — 90 (2010), S. 550–551 (M. Matter)