Der Gegenstand der Rechtswissenschaft - 10.1628/jz-2020-0028 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Nils Jansen

Der Gegenstand der Rechtswissenschaft

Rubrik: Aufsätze
JuristenZeitung (JZ)

Jahrgang 75 () / Heft 5, S. 213-223 (11)
Publiziert 02.03.2020

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Hermann Kantorowicz ist heute vor allem als wichtiger Vertreter der Freirechtsschule bekannt; nach wie vor lesenswert bleiben seine maßgeblichen Beiträge zum Programm eines wissenschaftlichen Rechts. Der Beitrag geht der Frage nach, aus welchen Gründen dies Programm in Deutschland letztlich gescheitert ist. Hier erweist sich als ein Kernproblem die bei Kantorowicz prominent angelegte Verengung des wissenschaftlichen Blicks auf die Rechtspraxis als Gegenstand der Wissenschaft. Wenn die Rechtswissenschaft ihre Aufgabe in der möglichst praxisnahen Beschreibung des geltenden Rechts sieht, bindet sie sich zunehmend unselbständig an die Rechtsprechung. Eine innovative und konstruktive universitäre Rechtsdogmatik, wie sie Kantorowicz vor Augen stand, muss deshalb nach Strategien suchen, wissenschaftlichen Abstand gegenüber der Rechtspraxis zu gewinnen.
Personen

Nils Jansen Studium der Rechtswissenschaften, Philosophie und Politik in Passau und Kiel; 1997 Promotion (Kiel); 1998 zweites juristisches Staatsexamen (München); 2002 Habilitation (Regensburg), Professur an der Universität Augsburg; 2003 Wechsel an die Universität Düsseldorf; seit 2006 Inhaber des Lehrstuhls für Römisches Recht und Privatrechtsgeschichte sowie Deutsches und Europäisches Privatrecht an der Universität Münster; seit 2007 Hauptantragsteller, seit 2019 Sprecher des Exzellenzclusters Religion und Politik.