Rechtswissenschaft

Jens Kersten

Die genetische Optimierung des Menschen – Plädoyer für eine Kritik unserer genetischen Vernunft -

Rubrik: Aufsätze
JuristenZeitung (JZ)

Jahrgang 66 () / Heft 4, S. 161-168 (8)

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Die genetische Optimierung des Menschen steht in den Zeiten der »Postgenomics« vor einem Paradigmenwechsel: Wir versuchen gegenwärtig nicht mehr, unser Genom genetisch zu optimieren, sondern passen unser Verhalten optimal an unser Genom an. Die genetisch informierte Prävention wird zum Leitbild einer personalisierten Medizin, das in der Vision einer »ichschwachen Gesellschaft« gipfelt. In der Kinderwunschbehandlung verstärkt sich aufgrund dieser allgemeinen medizinischen Präventionslogik der Trend zur genetisch motivierten Embryonenselektion: »Let parents decide« scheint die ideale marktorientierte Lebensphilosophie für ein »Consumer-Driven Genomic Age«. Angesichts dieser biopolitischen Entwicklungen brauchen wir eine Kritik unserer genetischen Vernunft.
Personen

Jens Kersten ist Professor für Öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München.