Freiheit und Sterben - 10.1628/jz-2021-0168 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Frauke Rostalski

Freiheit und Sterben

Zu den Kriterien autonomen Sterbens und ihrer Beachtung im System der Tötungsdelikte

Rubrik: Aufsätze
JuristenZeitung (JZ)

Jahrgang 76 () / Heft 10, S. 477-484 (8)
Publiziert 14.05.2021

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Das BVerfG hat in seiner Entscheidung zu § 217 StGB (Geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung) das Selbstbestimmungsrecht in Bezug auf den eigenen Tod gestärkt. Aus gesetzgeberischer Sicht ist damit die Beantwortung der Frage auf Anfang gestellt, wie rechtlich mit Verhaltensweisen verfahren werden soll, die die Selbsttötung eines anderen fördern. Dem höchstrichterlichen Urteil lässt sich entnehmen, dass der freie Willensentschluss des Einzelnen, seinem Leben ein Ende zu setzen, von Rechts wegen respektiert werden muss. Hieraus ergeben sich zumindest zwei Schwierigkeiten: Zum einen ist zu bestimmen, unter welchen Voraussetzungen von einem freien Sterben auszugehen ist. Zum anderen fragt sich, wie dessen angemessene rechtliche Wahrung aussieht, die zugleich den berechtigten Lebensschutz nicht aus dem Blick verliert.
Personen

Frauke Rostalski Geboren 1985; Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Marburg; 2011 und 2017 Promotion in Rechtswissenschaft und Philosophie; seit 2009 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kriminalwissenschaftlichen Institut der Universität Marburg; seit 2018 Inhaberin des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung an der Universität zu Köln.