Michael Wagner-Kern

Geschichtliches Erkennungsdienstrecht – strafprozessuales Eingriffsinstrument zur Überwindung biometrischer Verschlüsselungen?

Anmerkungen zu (un-)historischen Begründungslinien moderner Entsperrungsdogmatik
Rubrik: Aufsätze
Jahrgang 81 (2026) / Heft 9, S. 382-390 (9)
Publiziert 24.04.2026
DOI 10.1628/jz-2026-0118
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Beschreibung

Der Diskurs über die (fehlende) Rechtsgrundlage für die Entsperrung daktyloskopisch gesicherter Geräte eines Beschuldigten konzentriert sich auf die Auslegung des § 81b Abs. 1 Alt. 1 StPO und damit auf eine vorkonstitutionell entstandene Norm. In den Auslegungsfokus rückt mithin die zeitliche Dimension
des § 81b Abs. 1 StPO. Das (methodische) Interesse dieses Beitrags gilt einer entsperrungsorientierten Dogmatik, deren Auslegungsprogramm den Anspruch erhebt, über § 81b Abs. 1 StPO historisch zu arbeiten, ohne jedoch eine hinreichende geschichtliche Kontextualisierung vorzunehmen. Der Text verwendet eine andere Auslegungserzählung. Der Impuls ist, die Erkennungsdienst-Vorschrift zu historisieren.