Justiz und Gefühl – Anmerkungen zu Ian McEwans Roman »Kindeswohl« - 10.1628/jz-2021-0358 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Heike Jung

Justiz und Gefühl – Anmerkungen zu Ian McEwans Roman »Kindeswohl«

Rubrik: Besprechungsaufsatz
JuristenZeitung (JZ)

Jahrgang 76 () / Heft 21, S. 1044-1050 (7)
Publiziert 28.10.2021

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Der Roman »Kindeswohl« ist ein Paradebeispiel für die Bedeutung von Justizromanen als Erkenntnisquelle für die Rechtskultur eines Landes. Denn er liefert tiefe Einblicke in die vergleichsweise geschlossene Welt der höheren englischen Gerichtsbarkeit. Die Fälle, mit denen die Richterin am High Court Fiona Maye befasst ist, führen uns zugleich die existenzielle Dimension der Familiengerichtsbarkeit vor Augen. Der Rechtsstreit über die Zulassung einer Bluttransfusion für einen 17-jährigen Leukämiepatienten, der – wie auch seine Eltern – die Zustimmung hierzu aus religiösen Gründen verweigert hat, löst bei der Richterin einen Konflikt zwischen Gefühl und Professionalität aus. Ist sie (moralisch) für den Tod des jungen Mannes verantwortlich, indem sie ihm mit ihrer Entscheidung das Leben rettete, ihn aber dann »beim Überleben« im Stich ließ?
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