Christfried Böttrich

Lukas – ein Wanderer zwischen den Welten

Rubrik: NT Aktuell
Jahrgang 28 (2025) / Heft 56, S. 11-29 (19)
Publiziert 01.06.2026
DOI 10.24053/ZNT-2025-0010
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Beschreibung
Der Evangelist Lukas ist ein Autor der vielen Wege. Wer ihn zur Hand nimmt, wird in eine Geschichte verwickelt, die auf Straßen und unter freiem Himmel spielt. Häuser, Dörfer und Städte dienen lediglich der befristeten Einkehr. Pointiert formuliert Knut Backhaus, die frühe Christenheit habe nach Lukas als „road movie“ begonnen. Der Weg ist dabei strategisches Instrument und Metapher zugleich. Die Rede von einer theologia viatorum bringt das Konzept des Lukas nach wie vor am besten auf den Punkt. Lukas ist nicht leicht zu fassen. Er erweist sich als Meister, Dinge anzudeuten und offen zu lassen, Modelle zu entwerfen und zu modifizieren, Überlieferungen zu bewahren und zu durchbrechen. Tradition und Innovation gehen bei ihm Hand in Hand. Das klingt ziemlich modern und ist es vermutlich auch, denn Lukas schreibt in einer Umbruchszeit, in der noch nicht ausgemacht ist, wohin die Reise geht. Diese Situation einfühlsam wahrzunehmen und zu gestalten – darin liegt das Verdienst des dritten Evangelisten.