Rechtsphilosophie in den Trümmern der Nachkriegszeit - 10.1628/002268816X14641895370658 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Monika Frommel

Rechtsphilosophie in den Trümmern der Nachkriegszeit

Rubrik: Aufsätze
JuristenZeitung (JZ)

Jahrgang 71 () / Heft 19, S. 913-920 (8)

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In den 1950er Jahren dominierte in der Rechtsphilosophie ein konservatives Naturrechtsdenken. Was schon vor 1933 als »Rechtserneuerung« gefordert worden war und dann von einzelnen Autoren offen als »völkisches Rechtsdenken« legitimiert wurde, kehrte in veränderter Gestalt »naturrechtlich« verbrämt wieder. Wenn heute Gustav Radbruch als Protagonist dieser Strömung erscheint, so wird verkannt, dass die berühmte Radbruchsche Formel 1946 die Position eines Außenseiters war. Die von Erik Wolf in Gang gesetzte Interpretation, nach der Radbruch 1945 als Zäsur erlebt und in den Trümmern der Nachkriegszeit das Naturrecht entdeckt habe, ist eine Fehldeutung. Radbruchs neukantianisches System blieb in seiner Konzeption unverändert. Es ist weder positivistisch noch naturrechtlich und zeigt so gesehen einen Ausweg aus zwei Sackgassen.
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