Subsumtionsautomaten und -maschinen - 10.1628/jz-2019-0039 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Clara Günzl

Subsumtionsautomaten und -maschinen

Rechtshistorische Anmerkungen zu einem beliebten Vorwurf

Rubrik: Aufsätze
JuristenZeitung (JZ)

Jahrgang 74 () / Heft 4, S. 180-188 (9)
Publiziert 27.02.2019

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Subsumieren ist die zentrale Arbeitstechnik moderner Juristen. Doch die Bezeichnung als »Subsumtionsautomat« stößt auf Ablehnung. Nach verbreiteter Auffassung handelt es sich bei der Automaten-Metapher um einen von der sogenannten Freirechtsbewegung im frühen 20. Jahrhundert eingeführten Topos. Der Beitrag stellt hingegen ältere Quellen aus unterschiedlichen Kontexten vor, die eine deutlich frühere Skepsis gegenüber maschinenmäßiger Gesetzesanwendung belegen. »Subsumtionsautomaten« sind also schon länger verpönt. Als vorwurfsvolle Bezeichnung der Rechtspraxis irgendeiner Epoche eignen sie sich deshalb noch lange nicht.
Personen

Clara Günzl Geboren 1991; Studium der Rechtswissenschaft in Münster und Paris; 2016 Erste juristische Prüfung; wissenschaftliche Mitarbeiterin am SFB 1150 (Kulturen des Entscheidens), daneben Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Deutsche Rechtsgeschichte der Universität Münster; derzeit Rechtsreferendarin am Hanseatischen Oberlandesgericht, Hamburg; 2020 Promotion.