Verfassungspatriotismus und Verfassungsgedächtnis: Das Grundgesetz als deutscher Erinnerungsort - 10.1628/jz-2019-0409 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Justin Collings

Verfassungspatriotismus und Verfassungsgedächtnis: Das Grundgesetz als deutscher Erinnerungsort

Rubrik: Aufsätze
JuristenZeitung (JZ)

Jahrgang 74 () / Heft 23, S. 1109-1115 (7)
Publiziert 03.12.2019

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Im nun zu Ende gehenden Jahr ist das Grundgesetz 70 geworden und dementsprechend wurde es weit und breit gefeiert. Die Veranstaltungen und Würdigungen zum Jubiläum erwecken den Eindruck, dass die Deutschen ihre Verfassung lieben und schätzen wie nie zuvor. Wie aber sind all die neuen flammenden Bekenntnisse zum altbewährten Grundgesetz und der darin zum Ausdruck kommende Verfassungspatriotismus zu deuten? Der hier unternommene Versuch einer Antwort lautet, dass die heutigen Deutschen ihre Verfassung in besonderem Maße lieben, weil das Grundgesetz für sie einen weitgehend geglückten Vorgang der Vergangenheitsbewältigung symbolisiert, weil es ihnen eine moralisch hinnehmbare und historisch rehabilitierte Vaterlandsliebe ermöglicht, weil es ihr zeitweiliges Unbehagen gegenüber der Demokratie ausdrückt und weil sie darin ihr besseres Selbst sehen.
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