Windscheid – verehrt, verstoßen, vergessen, rätselhaft? - 10.1628/002268817X14969310642047 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Joachim Rückert

Windscheid – verehrt, verstoßen, vergessen, rätselhaft?

Rubrik: Aufsätze
JuristenZeitung (JZ)

Jahrgang 72 () / Heft 13, S. 662-670 (9)

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200 Jahre sind nur ein äußerer Anlass. Aber bei Windscheid geht es nicht nur um den Traditionshaushalt unserer Disziplin, in dem dieser wichtigste Repräsentant des späten 19. Jahrhunderts und des Übergangs zum BGB nicht fehlen darf. Es geht auch nicht nur um etliche verzerrende Lehrbucherwähnungen. Denn diese hat die eigentliche Forschung ebenso wie das Bild von der abschätzig Pandektistik genannten Pandektenwissenschaft längst korrigiert. Aber eine volle Generation ist offenbar ein noch zu kurzer Zeitraum, bis solche Korrekturen alter Erzählungen sich herumgesprochen haben. Damit aber sind Grundlagen und Selbstverständnis unserer Disziplin berührt. Sie dürfen nicht von derart falschen Voraussetzungen ausgehen. Zugleich muss der als Dogmatiker berühmte Windscheid auch anhand seiner konkreten Dogmatik gewürdigt werden. Dazu dient am Ende das bekannte Beispiel Vertrauenshaftung.
Personen

Joachim Rückert war seit 1984 Lehrstuhlinhaber für Zivilrecht und Rechtsgeschichte in Hannover; 1993–2010 in Frankfurt/Main, nach dem VW-Stiftungslehrstuhl seit 1998 mit der Widmung Neuere Rechtsgeschichte, Juristische Zeitgeschichte, Zivilrecht und Rechtsphilosophie.